Bürgerentscheid Schrobenhausen: „Ja“ oder „Nein“ zu Innenstadtplänen

Schrobenhausen (intv) Fast zwei Jahre lang hat Schrobenhausen auf diesen Tag hingearbeitet: Am Sonntag sind rund 13.000 Wahlberechtigte dazu aufgerufen, im Rahmen eines Bürgerentscheids über die Zukunft der Innenstadt abzustimmen. Unter der Anleitung von Architekten und Stadtplanern hatten viele Bürger in zahlreichen Workshops die Pläne zur Umgestaltung erarbeitet. Nun soll die Entscheidung fallen, ob das neue Konzept umgesetzt wird oder nicht.

„Der Bürgerentscheid wird erst rechtskräftig, wenn mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten entweder für Ja oder für Nein stimmen“, so Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU), der sich für Sonntag eine möglichst hohe Wahlbeteiligung wünscht. Anderenfalls falle die Entscheidungskompetenz zurück auf den Stadtrat. Bis Freitagmittag hatte sich die Anzahl der Briefwähler noch in Grenzen gehalten, teilte die Stadt gegenüber intv mit.

Auch Stadtplaner Emil Lehner vom Architektenbüro SHL aus Weiden sieht in der Abstimmung eine wichtige Möglichkeit für die Bürger, sich aktiv für oder gegen eine Umgestaltung der Innenstadt auszusprechen. Die von seinem Büro final ausgearbeiteten Pläne sehen ein so genanntes flexibles Konzept im Rahmen von Mehrzweckflächen vor. „Das heißt, wir können im Winter die Parkplätze vor den Geschäften ausdehnen und im Sommer zurückfahren“, so Lehner. Bei schönem Wetter sei dann mehr Platz für die Außenbereiche von Gastronomie und Geschäften.

Die Pläne stießen zuletzt auf unterschiedliche Akzeptanz. Geschäftsinhaber Franz Demel bemängelte, Schrobenhausen habe insgesamt viel zu wenig Parkplätze und weiterhin keine Tiefgarage. „Ich werde deshalb in dieser Form nicht für das Konzept stimmen“, so Demel. Gabriele Kneißl, die ebenfalls einen Laden betreibt, gehört zu den Befürwortern: „Wir Ladeninhaber sind durch die geplante Gestaltung gut erreichbar und der Lenbachplatz erhält eine ganz neue Qualität“.

Auch der Schrobenhausener Seniorenbeirat hatte sich aktiv an der zweijährigen Planungsphase beteiligt. „Wir stehen voll hinter dem Konzept“, sagt Vorsitzender Heinrich Lechner. Der Austausch des Kopfsteinpflasters gegen einen flachen Belag komme vor allem älteren Fußgängern und den Besitzern von Rollatoren sehr entgegen, so Lechner. Auch die geplante Einrichtung von Gehsteigen, die den Fußgängerbereich besser von der Straße abgrenzen sollen, befürwortet der Beirat: „Eine deutliche Gehsteigkante ist wichtig für blinde und sehbehinderte Menschen“, sagt Lechner.

Die Pläne sind noch bis zum Wochenende auf der Internetseite der Stadt Schrobenhausen einsehbar. Am Sonntag haben die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Über den Ausgang des Bürgerentscheid informieren wir Sie noch am Sonntagabend auf der Website von intv.