Brückenschlag über die Leopoldineninsel oder am Brandl?

Neuburg a.d. Donau (intv) Nicht nur die Ringstraße in Ingolstadt, auch die Elisenbrücke in Neuburg gilt als Nadelöhr im Straßenverkehr. Sie ist die einzige innerstädtische Donauquerung in der Ottheinrichstadt. Die Diskussion um eine zweite Brücke für Fußgänger und Radfahrer kam nun gestern im Bauausschuss wieder auf die Tagesordnung. Zwei mögliche Standorte für den Brückenschlag sind bereits im Flächennutzungsplan verankert: Entweder flussaufwärts im Westen vom Brandlbad zum Mühlenweg, oder flussabwärts vom Ruderclub über die Leopoldineninsel hin zur Schlösselwiese.

Die Diskussion ist längst nichts Neues, die Stadt wagt, nach viel Gegenwind in den vergangen Jahren, nun aber erneut den Vorstoß – unter anderen Voraussetzungen: „Leider ist durch den Bürgerentscheid voriges Jahr mit 51,2 Prozent eine weitere innerstädtische Donaubrücke für den Gesamtverkehr abgelehnt worden. Die Mehrheit der Bürger war dagegen und dadurch bekommt die Frage nach einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke ein ganz anderes Gewicht. Ich denke, dass man hier unter ganz anderen Aspekten nochmal über das Thema nachdenken muss. Denn eine zweite Autobrücke über die Donau ist auf einige Zeit hinaus nicht denkbar“, so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling gegenüber intv.

In Notfällen sollten seiner Meinung nach auch Einsatzkräfte die Brücke befahren können. Verschiedene Ingenieurbüros stellten den Bauausschussmitgliedern gestern Machbarkeitsstudien an beiden Standorten vor. Deck – oder Bogenbrücke; die Kostenspanne reicht von 1,5 bis zu mehr als fünf Millionen Euro. Auch ein Brückenschlag unter den Fraktionen scheint sich abzuzeichnen: „Auch wir sind mittlerweile zu Brückenfreunden geworden“, räumt Ralph Bartoschek (SPD) gestern Nachmittag im Bauausschuss ein. „Den Tourismus wollen wir immer fördern und mit der Brücke am Brandl hätten wir im Radtourismus die Chance, die Verweildauer in Verbindung mit einem Besuch im Brandlbad zu verlängern“, diese Meinung vertritt Alfred Hornung (CSU).

Viele Stadträte befürworten den Standort am Brandl, günstig gelegen für Badegäste, Schüler und Touristen. Die Freien Wähler allerdings sind gespaltener Meinung: „Ich sehe wichtigere Projekte in Neuburg, deshalb werde ich auch jetzt nicht für einen Brückenbau stimmen“, gibt Roland Harsch (FW) deutlich zu verstehen.

Zu einer Abstimmung kam es allerdings gar nicht, die Brückenvorschläge gehen zur Diskussion zurück in die Fraktionen. In einer der nächsten Stadtratssitzungen wird dann abgestimmt.