Brücke in das eigene Land: Vertragsunterzeichnung zur Ausbildungsinitiative syrischer Flüchtlinge in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Auf der Sicherheitskonferenz in München Anfang des Jahres hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bereits angekündigt, dass sie syrische Flüchtlinge bei der Bundeswehr ausbilden möchte. Heute kam die Verteidigungsministerin nach Ingolstadt, um mit dem Bundesvorsitzenden der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise, einen Kooperationsvertrag zu unterzeichnen.

Mustafa Alhamoud ist 37 Jahre alt und aus Syrien über die Türkei und Griechenland nach Deutschland geflüchtet. In seiner Heimat hat er bereits als Kranführer auf Baustellen gearbeitet. Seit Montag ist er in der Pionierkaserne in Ingolstadt und einer von 50 syrischen Flüchtlingen, der an der Ausbildungsinitiative zwischen Bundeswehr und der Bundesagentur für Arbeit teilnimmt. In den nächsten zwölf Wochen bekommen diese Flüchtlinge in den Bereichen Bau, Handwerk, Sanitär und Technik erste Grundlagen vermittelt. Für Mustafa Alhamoud eine ganz neue Erfahrung.

Einer der Ausbilder ist Hauptfeldwebel Sebastian Meißner. Er zeigt den syrischen Flüchtlingen einfache Bautätigkeiten. Die Flüchtlinge sollen Tätigkeiten lernen, die sie später als Vorbereitung für eine Ausbildung in Deutschland brauchen können, oder als Helfer beim Wiederaufbau in ihrer Heimat. Das wird bei der Ausbildung mit berücksichtigt.

Die „Ausbildungsinitiative syrischer Flüchtlinge“ ist ein Pilotprojekt und verteilt sich über verschiedene Standorte in Deutschland. Ingolstadt kooperiert unter anderem mit Bogen und Greding. Die Bundesagentur kommt während der Ausbildung für die Lebenshaltungskosten der Flüchtlinge auf. Außerdem hat sie die Teilnehmer der Ausbildungsinitiative ausgewählt. Auswahlkriterien waren unter anderem eine gute Bleibeperspektive und Deutschkenntnisse.

In zwölf Wochen endet die erste Testphase. Bundesverteidigungsministerin von der Leyen hofft, dass auch die Flüchtlinge dann eine positive Rückmeldung geben.