Boxspringbetten statt Panzer: Kritik an Bundeswehrausstattung

Ingolstadt (intv) Deutliche Worte fanden die Vertreter der Bundeswehr und Stadtpolitik beim Jahresempfang der Standortkameradschaft in Ingolstadt. Sie kritisierten gestern die materielle und personelle Ausstattung. Für schmunzelndes Kopfschütteln sorgte eine Ankündigung des Standortkameradschaftsvorsitzenden Roland Ehrenberger.

Die Soldaten im Ausbildungszentrum in Ingolstadt werden in Zukunft auf Boxspringbetten schlafen. Das hat der Hauptmann am Montag erfahren. Die alten Betten werden im Rahmen der Modernisierungsmaßnahme der Bundeswehr ersetzt. Trendwende ist das Stichwort. Bei den Standortkameraden sorgt das für Diskussionen. Ehrenberger findet eine gute Schutzausrüstung wichtiger als neue Betten.

Klare Worte fand auch Ingolstadts Bürgermeister Albert Wittmann. Er selbst hat 30 Jahre bei der Bundeswehr gedient, 16 Jahre war er in der Pionierkaserne in Ingolstadt untergebracht. Der Standort Ingolstadt gehört laut Wittmann zur Insel der Glückseligen. Die neuen Gebäude sind gerade erst neun Jahre alt. Da gibt es wenig zu klagen. Wittmann sieht die Probleme ganz klar in der Ausstattung.

„Es kann einfach nicht angehen, dass unsere Panzer nicht mehr fahren, dass die Flugzeuge nicht mehr fliegen, die Hubschrauber nicht mehr fliegen, die Schiffe nicht mehr besetzt werden können, und die U-Boote nicht mehr tauchen können. Das ist beschämend für die Bundesrepublik Deutschland.“, so Wittmann. Den neuen Koalitionsvertrag findet Wittmann in Bezug auf die Bundeswehr völlig unzureichend.

Der Standortälteste Oberst Jörg Busch mahnte in seiner Rede an, dass die realen Einsätze in Vergessenheit geraten. Die Ingolstädter Soldaten sind derzeit in Afghanistan und Mali stationiert. Im Schnitt sind ständig 10 Soldaten aus Ingolstadt im Auslandseinsatz.