Bis zu 160 Asylbewerber für Schrobenhausen

Schrobenhausen (intv) Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab: Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Ende des Jahres 2015 doppelt so viele Menschen in Bayern eintreffen werden, wie noch vor einigen Monaten angenommen. „Für den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen heißt das: Wir müssen ungefähr 400 weitere Asylbewerber unterbringen“, rechnet Roland Weingut vor, der beim Landratsamt für Soziale Angelegenheiten zuständig ist. Weingut appellierte in der gestrigen Stadtratssitzung in Schrobenhausen an Bürgermeister und Räte, das Konzept der dezentralen Unterbringung voranzutreiben. Nachdem die Neuburger Gemeinschaftsunterkunft mit rund 480 Belegungen weiterhin am Limit ist, seien nun die Kommunen in der Pflicht. Für die Stadt Schrobenhausen bedeutet dies nach der gültigen Verteilungsquote, dem so genannten Königsteiner Schlüssel, eine Aufnahme von ungefähr 160 Menschen.

Containersiedlung oder Wohnungen?

„Wir stellen uns dieser Herausforderung“, so Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU), „ähnlich wie es schon andere um uns herum tun“. Damit spielt das Stadtoberhaupt unter anderem auf die nur zehn Kilometer entfernte Gemeinde Hohenwart im Nachbarlandkreis Pfaffenhofen an. Schon seit Ende 2013 leben hier mehr als 20 afghanische Asylbewerber in Wohnhäusern mitten im Ort. Sie wurden von der einheimischen Bevölkerung nicht nur herzlich aufgenommen, sondern auch durch Spenden unterstützt. „Der Königsweg für eine gelungen Integration“, bilanziert Hohenwarts Bürgermeister Manfred Russer (CSU) gegenüber intv. Auch eine Containerlösung sei für die Stadt Schrobenhausen denkbar – „wir werden wohl beides brauchen“, so Stephan.

Drei Vorrangflächen für Windkraftanlagen

Ein weiteres turbulentes Thema stand am Dienstagabend auf der Tagesordnung des Stadtrats: Rund um Schrobenhausen sollen mehrere Flächen als so genannte Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. „Beim Ausschluss so genannter Tabu-Kriterien, zum Beispiel in Hinblick auf Umweltschutz und rechtliche Vorgaben, blieben nur drei geeignete Gebiete übrig“, so Stadt- und Landschaftsplanerin Claudia Meinel, die nun im Auftrag der Stadt die Änderung des Flächennutzungsplans vorbereitet. Eine Fläche befindet sich südlich von Hörzhausen, eine nördlich des Ortsteils im Hagenauer Forst, die dritte in einem Wald- und Landwirtschaftsgebiet östlich von Edelshausen. Dass sich dort jedoch schon bald Windräder drehen, schließt das Stadtoberhaupt jedoch aus: „Uns geht es vorrangig um das Planungsinstrument, um Wildwuchs externer Investoren zu vermeiden. Alles andere ist Zukunftsmusik“, so Stephan.

Einen ausführlichen Bericht zu den Themen Asylbewerber und Windkraft sehen Sie am Freitag in unserer Sendung Studio Schrobenhausener Land.