Biberschutz: Bagger- und Auwaldsee gesperrt

Ingolstadt (intv) Ingolstadt hat ein neues Ranking für sich entdeckt. Die Schanz soll die biberfreundlichste Stadt Bayerns werden. Damit sich besonders viele Biber hier ansiedeln sind jedoch drastische Maßnahmen gefragt. So werden der Auwald- und der Baggersee den kompletten April über gesperrt, damit die scheuen Tiere bei der Aufzucht ihres Nachwuchses nicht gestört werden.

„Das ist den ganzen April so, dass die Seen gesperrt werden, weil die jungen Biber gerade schwimmen lernen. Wenn sie dabei gestört werden, das wäre gar nicht gut.“, so Ralph Zange, Biberbeauftragter der Stadt Ingolstadt.

Die Absperrung dient aber nicht nur dem Schutz der Biber, sondern auch dem der Menschen. Bibereltern sind in der sensiblen Aufzuchtphase sehr aggressiv. Die kleinste Störung reicht und sie greifen an.

„Da muss man wahnsinnig aufpassen!“, warnt der Biberbeauftragte. „Wenn die Tiere mit ihrem Schwanz zuschlagen, kann das ernsthafte Verletzungen geben. Und mit ihren großen Zähnen können sie ganz schnell einen Finger abbeißen.“

Der ganz besondere Biberschutz in Ingolstadt soll dazu beitragen, die Population der Tiere zu erhöhen. Derzeit zählt die Stadt rund 285 Biber. Pro Familie gibt es zwei bis drei Jungtiere, so dass sich der Bestand um ca. 150 Tiere erhöhen wird.

Wo mehr Biber sind fallen natürlich auch mehr Späne. So werden die Bäume an den Seen dem Ziel biberfreundlichste Stadt zu werden geopfert.

„Die Lage ist gerade ganz dramatisch!“, verrät Ralph Zange. „Die Biber haben derzeit nichts zu essen und müssen daher auf die Bäume zurückgreifen. Aber wir Pflanzen dafür neue Bäume. Diese brauchen zwar etwas um zu wachsen und können ja ebenfalls gleich wieder von den Bibern abgefressen werden, aber das ist ganz natürlich.“

Reichen die Bäume an den Seen nicht mehr aus, kann es sein, dass die Tiere ihr Revier auf die umliegenden Gärten ausweiten. Sollten Biber Ihre Bäume anfressen melden Sie es der Stadt, diese wird Ihnen den Schaden ersetzen.