Bezahlbarer Wohnraum: Hitzige Podiumsdiskussion in Neuburg

Neuburg (intv) Zu wenig bezahlbarer Wohnraum. Ein riesen Problem in unserer boomenden Region. Alleinerziehende, Rentner und auch junge Menschen ohne finanzielle Sicherheiten können sich die hohen Mieten nicht leisten. Für sie gibt es aber nicht genügend Sozialwohnungen. In Neuburg sind am Dienstagabend Bürgermeister, Sozialverbände, Beteiligte und Betroffene zusammengekommen, um über die akute Situation im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zu beraten.

Das Interesse an der Podiumsdiskussion war riesig. Konkrete Lösungen hat es allerdings nicht gegeben. Hans-Peter Wilk, Geschäftsführer des Caritasverbandes Neuburg-Schrobenhausen, haben die Aufbruchsstimmung und die Zukunftsperspektive der geladenen Bürgermeister aus Neuburg, Schrobenhausen und Karlshuld und des Landrats gefehlt. Das Thema bleibe schließlich auch in den nächsten Jahren noch aktuell.

„An sich steht der Landkreis gut da. Die Arbeitslosenquote liegt um die 2,5 Prozent, schätze ich. Das ist aber kein Indiz für diejenigen, die geringverdienen, in prekären Arbeitsverhältnissen sind oder, die zu viel für Miete aufwenden müssen, damit sie überhaupt noch Wohnraum haben.“, erklärt Wilk.

Neun Sozialverbände aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen haben sich zusammengetan und Vermieter, Makler, Bauunternehmer und Politiker zur Podiumsdiskussion eingeladen.

In Neuburg sind es vor allem junge Menschen, die keine bezahlbare Wohnung finden. Ihnen fehlen oft finanzielle Sicherheiten. Das schreckt wiederum die Vermieter ab. In Schrobenhausen haben die Caritas und die Stadt deshalb das Projekt „Wohnraumaktivierung“ ins Leben gerufen.

„Das bietet eine Sicherheit für die Vermieter über eine Mietbürgschaft der Stadt Schrobenhausen. Das ist eine tolle Geschichte. Aber wir sind hier schon an den Grenzen der Kapazität der Betreuungsmöglichkeit angekommen.“, schildert Stefanie Buchner-Joppich von der Wohnungslosenhilfe Schrobenhausen.

„Ein tolles Ziel wäre es, wenn wir aus der Veranstaltung heraus so etwas wie eine Koalition der Willigen entstehen lassen könnten, die in alle Bereiche reingeht. Also, dass Behörden, Sozialverbände, Vermieter, Makler und Inverstoren gemeinsam überlegen, wie man günstigen Wohnraum schaffen kann.“, erzählt Hans-Peter Wilk.

Klar ist: es gibt nicht genügend Wohnungen für die stetig wachsende Bevölkerung im Landkreis. Die Podiumsdiskussion war ein erster Schritt. Daran müssen die Sozialverbände nun anknüpfen und weiterhin Überzeugungsarbeit leisten, um mit allen Beteiligten Lösungen zu finden.