Beweislage wackelt

Ingolstadt (intv) Am dritten Verhandlungstag im Totschlag-Prozess konnten die Gutachter dem Angeklagten Heinz Josef M. nicht zweifelsfrei nachweisen, dass er im August vergangenen Jahres den Rentner Helmut P. in dessen Wohnung mit einer Limonadenflasche geschlagen und danach erwürgt haben soll. Vor dem Ingolstädter Landgericht steht die Beweislage gegen den 64-Jährigen auf wackeligen Füßen. Auf besagter Flasche fanden die Ermittler einen Fingerabdruck des linken Mittelfingers. Die DNA stimmt mit der des mutmaßlichen Täters überein. Die Flasche sei demnach verkehrt herum mit dem Hals nach unten in der linken Hand gehalten worden, möglicherweise um zuzuschlagen. Die Abdrücke der anderen Finger fehlen aber, ein Greifgriff kann somit angezweifelt werden. Skurrilerweise gab der Angeklagte noch dazu an, Rechtshänder zu sein. Besonders anschaulich wurde es heute im Gerichtssaal, als ein Sachbearbeiter des Landeskriminalamtes eine 3D-animierte Fahrt durch die Wohnung des getöteten Rentners vorführte, bis hin zum Tatort im Wohnzimmer.

Der Prozess wird am 18. November fortgesetzt.

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