Beste Zeit, beste Gegend, beste Chance, erster Preis

Neuburg (intv) Gastspiel im Heimatlandkreis: Der Münchener Jungschauspieler Ferdinand Schmidt-Modrow stand gestern Abend auf der Bühne des Neuburger Stadttheaters. Nicht etwa, um eine abendfüllende Produktion darzubieten – sondern um eine Auszeichnung entgegenzunehmen. Der Kunstförderpreis des Landkreises wurde erstmals vergeben – und zwar an den gebürtigen Waidhofener. „Ich habe noch nie einen Preis erhalten, darum bin ich wahnsinnig stolz und auch sehr aufgeregt“, sagte der 29-jährige direkt vor der Verleihung.

Ganz natürliches Lampenfieber also, das Schmidt-Modrow aus seinem täglichen Job kennen dürfte. Erste Bühnenerfahrung sammelte er bereits als Sechstklässler am Schultheater des Schrobenhausener Gymnasiums. Mit 20 Jahren kam dann unerwartet der Sprung ins Fernsehgeschäft: „In der Zeitung wurden Talente für einen Spielfilm gesucht. Ich habe mich beworben und bekam gleich eine Hauptrolle“, erinnert sich der Waidhofener. Im Film „Grenzverkehr“ von Stefan Betz spielte Schmidt-Modrow einen 16-jährigen Jungen aus Niederbayern, der mit seinen Freunden in Tschechien sexuelle Erfahrung sucht.

Beste Chance für einen Jungschauspieler

Das Genre „Neuer Bayerischer Heimatfilm“ schien dem damals 20-jährigen zu liegen. Bereits zwei Jahre später tauchte er in Marcus H. Rosenmüllers Spielfilm „Beste Zeit“ auf. Auch in den Fortsetzungen „Beste Gegend“ (2008) und „Beste Chance“ (2014) übernahm Schmidt-Modrow wieder die Rolle des Jugendlichen Rocky, der in die Teenagerin Kati verliebt ist. „Er ist ein kleiner Tollpatsch, der sich im Lauf der Trilogie weiterentwickelt“, sagt der Jungschauspieler über die Rolle, die ihm mittlerweile ans Herz gewachsen ist. Schmidt-Modrow spielte außerdem in Filmen wie „Die Welle“ oder Serien wie „Die Rosenheim-Cops“ mit und ist regelmäßig in Theater- und Festspielproduktionen zu sehen. Zur Zeit bereitet er sich auf eine Rolle in der Weihnachtskomödie „Der Messias“ von Patrick Barlow vor.

Förderpreis als Finanzspritze

„Hintergrund unserer Preisverleihung ist der Gedanke, jungen Künstlern vor allem finanziell auf die Sprünge zu helfen“, erklärt Alexander Haninger (CSU), Kulturreferent des Kreistags Neuburg-Schrobenhausen. Die Vergabe ist nicht an einen festen Turnus gebunden. Ein Gremium entscheidet über die eingereichten Nominierungen. Für den mit 5.000 Euro dotierten Preis könne jeder Kunstschaffende unter 35 Jahren vorgeschlagen werden, der im Landkreis wohnt oder geboren ist und ein künstlerisches Studium vorweisen kann, so Haninger. Schmidt-Modrow absolvierte von 2006 bis 2010 die Neue Münchener Schauspielschule.