Bestandsaufnahme: Eva Bulling-Schröter in Asylbewerberunterkunft

Neuburg a.d. Donau (intv) Die Bewohner der Neuburger Asylbewerberunterkunft sorgten erst kürzlich für Schlagzeilen. Erst zog ein Demonstrationszug durch Neuburg zum Landratsamt, Flüchtlinge protestierten gegen unzumutbare Verhältnisse in der Gemeinschaftsunterkunft. Ein Flüchtling drohte sogar, sich mit einem Sprung aus dem Fenster das Leben zu nehmen. Ein Bild der Lage vor Ort hat sich Linken- Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter heute Vormittag gemacht. Eva Bulling-Schröter nimmt mit Vertretern der Regierung von Oberbayern die Gemeinschaftsunterkunft in Neuburg unter die Lupe, in der derzeit 450 Asylbewerber untergebracht sind. Trotz mehrfacher Anfragen war es der Presse seitens der Regierung nicht gestattet, am Rundgang teilzunehmen. Erst danach schildert die Bundestagsabgeordnete der Linken ihre Eindrücke:

„Ich persönlich habe keinen Schimmel gesehen, ich habe natürlich auch nur zwei oder drei Wohnungen gesehen. Und die Toiletten waren auch geputzt. Das kann ich bestätigen, aber ich bin ja nicht immer da, ich war nur heute da. Lager sind prinzipiell schlecht und diese Aufenthalte werden ja auch von der Bayerischen Staatsregierung so gefördert, weil man es dem Asylbewerber nicht schön machen will“, ist Bulling-Schröter überzeugt. „Hier gibt es große Defizite.“

„Wir bemühen uns, um die Situation vor Ort so gut und menschenwürdig wie möglich zu gestalten“, heißt es seitens der Regierungssprecherin. „Da sagen die Leitlinien sieben Quadratmeter pro Asylbewerber, diese Leitlinien gelten unmittelbar nur für neu errichtete Unterkünfte. Die in Neuburg ist seit 1975 in Betrieb, hier rüsten wir sukzessive nach“, so Sprecherin Simone Hilgers.

Die Wohnverhältnisse sollen schon bald entzerrt werden, so Sprecherin Hilgers, bis Ende April ist ein neues Familienhaus an der Donauwörther Straße bezugsfähig, der Raum für 50 Plätze bietet. Ob sich die Lage entspannt bleibt jedoch fraglich, denn neuen Prognosen zufolge soll der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen bis Ende 2015 zusätzlich etwa 400 Flüchtlinge aufnehmen.