Berufungsverhandlung am Landgericht: Wer ist für tödliche Bootsfahrt in Geisenfeld verantwortlich?

Ingolstadt (intv) Es war an Silvester 2013 als sich das tragische Bootsunglück auf einem Weiher in Geisenfeld ereignete und zwei Menschenleben forderte. Eine Jagdgesellschaft wollte damals mit einem Aluminiumboot auf eine schwimmende Plattform übersetzen, um von dort aus Wildenten zu jagen. Das Boot soll überladen gewesen sein und versank im eisigen Wasser. Der Fall wurde bereits vor dem Amtsgericht Pfaffenhofen verhandelt und der Weiherbesitzer unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft hatten damals Berufung eingelegt. Heute wurde der Fall am Landgericht Ingolstadt neu aufgerollt.
Wer hat die tödliche Entenjagd in Geisenfeld organisiert? Und wer ist damit hauptverantwortlich, dass am Silvesternachmittag 2013 zwei Menschen eine Entenjagd mit ihrem Leben bezahlen mussten? Der Angeklagte Siegmund B. hat in seiner Darstellung der Ereignisse heute, die organisatorische Hauptverantwortung seinem Jägerfreund Dr. M. zugeschoben. Dieser ist bei dem Bootsunglück selbst ums Leben gekommen und kann sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Vor allem Staatsanwalt Nicolas Kaczynski reagierte empört auf die Aussagen und kritisierte, B. wolle die Verantwortung auf den Rücken des sehr guten Freundes abwälzen, der jetzt tot ist. Die Aussagen von heute standen damit regelmäßig im Widerspruch zu denen aus erster Instanz. Hier hatten der Angeklagte und seine Frau noch angegeben die Entenjagd organisiert zu haben. In den nächsten Verhandlungstagen muss nun auch geklärt werden, in wie fern sich die Aussagen des Angeklagten mit denen der beteiligten Zeugen decken.