Berufungsprozess zum Bootsunfall von Geisenfeld: Neue Erkenntnisse

Ingolstadt (intv) Es geschah an Silvester 2013. Eine Jagdgesellschaft war auf einem Weiher in Geisenfeld unterwegs, um Enten zu jagen, als das Boot plötzlich kenterte – zwei Menschen sind damals ums Leben gekommen. Der Weiherbesitzer wurde vom Amtsgericht Pfaffenhofen wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. Mittlerweile wird der Fall vor dem Landgericht Ingolstadt neu aufgerollt.

Am heutigen dritten Prozesstag hatte Richter Konrad Riedel alle Hände voll zu tun. Als erstes sagte Reinhard Z. als Zeuge aus. Die Tochter des Fischzuchtmeisters war bei dem Unglück vor drei Jahren mit auf dem Boot. Z. sagte aus, er habe seine Tochter zum Treffpunkt gefahren. Bei der eigentlichen Bootsfahrt war er allerdings nicht dabei. Er habe Schreie gehört, die er im ersten Moment nicht zuordnen konnte. Daraufhin fuhr er mit Vollgas zum Unglücksort, so Z. weiter. Der Angeklagte Siegmund B. zog den leblosen Körper des später verstorbenen Mannes aus dem Wasser, Reinhard Z. versuchte den Mann wieder zu reanimieren mit einer Herzdruckmassage und Beatmung. Weitere Angaben zum Beispiel wer die Entenjagd organisiert hatte, konnte Z. allerdings nicht machen. Bei der polizeilichen Vernehmung am 3. November sah das noch ganz anders aus. Interessant war die Aussage eines weiteren Zeugen. Sachverständiger Christian Z. hat das Boot genauer unter die Lupe genommen und einen Belastungsversuch durchgeführt. Bei drei Personen habe die Stabilität schon sehr gelitten, sagte Christian Z. Beim Unglück selbst an Silvester 2013 waren ja insgesamt fünf Personen auf dem Boot. Der Prozess wird am 23. Februar fortgesetzt.