Beißende Katze vor Gericht

Großmehring (intv) Ob Mord, Totschlag oder Vergewaltigung. Das Landgericht Ingolstadt musste sich schon oft mit schweren Fällen auseinandersetzen, die selbst erfahrene Richter an ihre Grenzen gebracht haben. Auch heute stand ein außergewöhnlicher Prozess auf der Tagesordnung. Der bringt allerdings viele eher zum Schmunzeln. Der Tatbestand: Körperverletzung, die Täterin: Eine gemeingefährliche Katze. Aufbewahrt in einer Box, damit sie nicht noch mehr Menschen verletzen kann.

Normalerweise sind Tiere im Gerichtssaal strengstens verboten. Für eine Gegenüberstellung zwischen Täter und Opfer hat die Präsidentin jedoch, speziell für diesen Fall, eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Unvermittelt und ohne Vorwarnung soll sie ans rechte Bein der Klägerin gesprungen sein und sich dort festgebissen haben. Der Fall ist außergewöhnlich, das Frauchen überfordert, das Medieninteresse groß.
Denn die Klägerin hat Schmerzensgeld gefordert, schließlich habe sich die Wunde entzündet. Die Gebissene wurde operiert und musste wochenlang Antibiotikum nehmen. Die Angeklagte verwies hingegen auf eine andere Katze in der Nachbarschaft, die ihrer sehr ähnlich sieht und deshalb auch für den heimtückischen Angriff infrage kommt.
Am Ende haben sich die Parteien auf einen Vergleich geeinigt: Die Katzenbesitzerin zahlt 2.600 Euro an die Klägerin, was die Hälfte des gesamten Streitwerts betrifft – im Interesse eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses.
Ob das so gut bleibt, stellt sich wahrscheinlich erst heraus, wenn feststeht, ob die Haftpflichtversicherung der Katzenmama den Betrag auch übernimmt.