Beheben Flüchtlinge den Fachkräftemangel?

Ingolstadt (intv)  Ein Premiumjahr, so bezeichnet Manfred Jäger, Leiter der Arbeitsagentur Ingolstadt die vergangenen 12 Monate für den heimischen Arbeitsmarkt. Vollbeschäftigung, ein röhrender Wirtschaftsmotor, Boomtown, und eine Arbeitslosenquote von unter zwei Prozent. „Wir hatten nur 5,774 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt, und 11.800 offene gemeldete Stellen, das ist im Vergleich zu den Vorjahren einzigartig gewesen“, resümiert Manfred Jäger. Der leergefegte Arbeitsmarkt ist vor allem der boomenden Wirtschaft und Industrie in Ingolstadt geschuldet. Auch die IHK zieht einen positiven Schlussstrich unter 2015: „Wir sind eine Boomregion, hier sind ein paar große Player, die sich sehr gut entwickelt haben, nicht nur Audi, auch Airbus in Manching oder Media Saturn. Und auch im Baubereich tut sich sehr viel“, betont Fritz Peters.

Und auch im Handwerk stehen die Zeichen auf Aufschwung. „Bei den Beschäftigten konnten wir die Zahl halten und bei unseren Lehrlingen sogar ein kleines Wachstum erzielen“, so Dieter Krause, Leiter des Bildungszentrums der Handwerkskammer München und Oberbayern.

Da wolle man anknüpfen. HWK und IHK wollen sich auch verstärkt um Auszubildende kommen.
Die Auftragslage sei sehr gut, die Unternehmen buhlen regelrecht um Facharbeiter. Und genau da könnten die vielen Flüchtlinge ins Spiel kommen. „In Ihnen steckt Potenzial, vor allem für das Handwerk“, betont Kreishandwerksmeister Karl Spindler. Allerdings sollten Bleibeberechtigung und ausreichende Deutschkenntnisse vorhanden sein.

Und so zuversichtlich sie alle in das Jahr 2016 starten, so erfreulich ging 2015 zu Ende. Von einem historischen Dezember ist sogar die Rede. 1,9% – ein Spitzenwert, die letzten 10 Jahre betrachtet. Das hängt vor allem auch mit dem milden Winter zusammen. Wir haben die aktuellen Zahlen der Region für Sie im Überblick:

Ingolstadt: 3,0 Prozent

Eichstätt: 1,2 Prozent

Neuburg-Schrobenhausen: 1,8 Prozent

Pfaffenhofen: 1,7 Prozent

Neumarkt i. d. OPf.: 1,9 Prozent

Gesamtbezirk Weißenburg: 3,0 Prozent