Bee-Motion: Audi entwickelt neuen Antrieb

Ingolstadt (intv) Jeder spricht in diesen Tagen über E-Mobilität. Aber es gibt auch andere Antriebsmöglichkeiten. Audi denkt schon einen Schritt weiter. Bee-Motion heißt das Projekt. Hier steht die Biene im Mittelpunkt.

Was haben eine Biene und ein Auto gemeinsam? Beide brummen. Aber nicht nur das. In Zukunft sollen Hightech-Bienen Autos antreiben, natürlicher Vorsprung durch Technik. So die Idee des Ingolstädter Autobauers. In einem eigenen hochintelligenten Bienenstock züchtet Audi seine WLTP-zertifizierte-Hochleistungs-Bienen, natürlich in gewohnter Premiumqualität. Die Entwickler beobachten die fleißigen Antriebswunder ständig mit hochauflösenden Kameras, um keinen gewinnbringenden Entwicklungsfortschritt zu verpassen. Die Audi-Biene zeichnet sich durch besonders viel Kraft, einem schlagfertigen Auftrieb, wenig Kraftstoff- also Nahrungsverbrauch und vier Ringen um den Bauch aus

„Diese vier Ringe bilden gleichzeitig die Corporate Identity des Unternehmens ab. Damit ist die Biene ein absoluter Sympathieträger für die Marke Audi“, sagt Dr. Willi Hive, der zuständige Bee-ngenieur bei Audi. Seit Jahren züchte Audi in Münchsmünster die Hochleistungs-Audi-Biene.

Das Projekt heißt „Bee-Motion“. Der Audi Bee-Tron soll das erste Auto im Premiumsegment sein, das allein durch Hochleistungs-Bienen angetrieben wird. Produktionsvorstand Peter Kössler ist bei der Projektvorstellung bereits mehr als überzeugt von dem Bienenantrieb. „Mich fasziniert gerade besonders unser Bienenprojekt“, sagte er auf der Pressekonferenz.

Nicht nur Bienen können in Zukunft für Antrieb sorgen, sondern auch andere schlagkräftige Insekten. In Mexico forscht Audi gerade in einem geheimen Labor, wie leistungsstark Schmetterlinge sind.

Projektleiter Dr. Willi Hive sieht nur Vorteile in Bee-Motion. Das Insektensterben sei in ein paar Jahren kein Thema mehr. Und der CO2 Ausstoß wäre bei einem Audi Bee-Tron gleich Null. „Man braucht nur eine Million Hochleistungs-Bienen, um eine Strecke von 100 Kilometern zu schaffen. Ich und das gesamte Entwicklerteam sind uns sicher, in Zukunft ist noch viel mehr möglich. Die Zukunft auf den Straßen heißt Bee-Motion, das ist so sicher wie mein Arbeitsplatz“, so Hive.

Andere Audimitarbeiter sind skeptisch. Wenn die fleißigen Bienen in Zukunft die Arbeit machen, brauche man weniger Mitarbeiter. Denn Bienen vermehren sich ja bekanntlich selbst. Und ihre Nahrungsmittel gleich mit. Der neu gegründete Bee-Triebsrat wollte sich heute nicht vor der Kamera zu dem Thema äußern. Schriftlich teilte die Bee-Triebsratskönigin Thekla Brummer mit: „Wir sind mit der Unternehmensleitung in Gesprächen und setzen uns natürlich für die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Aber wir betonen noch einmal: die Beschäftigungsgarantie bei Audi besteht bis 2025“

Der Ingolstädter Imkerverein sieht die Sache mit gemischten Gefühlen. Ferdinand Bugany ist Vorsitzender und hat selbst im Moment noch einen Standard-Bienenstock. „Für uns Imker könnte Bee-Motion ein richtiger Aufschwung sein. Schließlich braucht man uns dann sicher als Fachkräfte“, so Bugany. Er weißt aber auch darauf hin, dass die Honigproduktion dann wohl Einbußen verzeichnet.

Inzwischen wird auch die erste Tierschützerin laut. Mit einem Schild „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Bienen klaut“ demonstriert sie gegen die Audi-Pläne. Experten gehen davon aus, dass sich der Protest in den nächsten Tagen ausweitet.

Auch die Tankstellenbetreiber in der Region haben Bedenken. Statt Benzin saugen die Audi-Bienen Power-Nektar. Das würde bedeuten, die Tankstellen müssten bunten Blühflächen weichen. Und ob sich ein Tankstellenverkäufer zum Landwirt umschulen lässt, ist durchaus fraglich.

Die Stadt Ingolstadt ist begeistert von dem Bienen-Mobilitäts-Projekt. Auch wenn der Bienenantrieb nicht digital ist, werde man Bee-Motion in jedem Fall unterstützen, etwa mit geblümten Teststrecken. Das sich Audi mit dem Thema Fliegen, also Bienen beschäftigt, freut vor allem Oberbürgermeister Christian Lösel. Der will mit einem eigenen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule Ingolstadt untersuchen lassen, ob der neue Hightech-Bienen-Antrieb nicht auch etwas für das im Moment noch flügellahme Flugtaxi wäre.

Anmerkung der Redaktion: auch wenn die Bienen fleißige Tiere sind, glauben wir nicht, dass sie ein Auto antreiben können. In diesem Sinne: April, April!