Bedroht: es gibt immer weniger Insekten

Schrobenhausen (intv) Im Garten summt und krabbelt es. Selbst jetzt, wo es langsam auf den Herbst zugeht, gibt es im Gras und in den Büschen noch viel zu entdecken. Viele unterschiedliche Insekten leben in unserem heimischen Gärten. Doch damit könnte es bald vorbei sein.

„Das kann jeder beobachten, der dieses Jahr oder die letzten Jahre mit dem Auto gefahren ist. Man muss nicht mehr wegen einer dreckigen Fensterscheibe in die Waschanlage oder putzen, weil wir einfach nicht mehr so viele Insekten haben. Deshalb hat man heute nur so wenig tote Insekten am Auto. Das sieht ja dann jeder, dass da was nicht stimmt.“, erklärt Brigitte Streber vom Bund Naturschutz Schrobenhausen.

Das Insektensterben – eines der großen Umweltprobleme. Auch bei uns in der Region. „Das hat nicht eine Ursache, sondern es geht so schleichend. In der Landwirtschaft wird heute viel intensiver gearbeitet als früher, und es werden Flächen zusammen gelegt. Auch in den Hausgärten wird immer mehr gemäht. Die Flächen werden kleiner und man möchte es einfacher haben.“

Wenn die Insekten aussterben, hat das nicht nur für uns Menschen katastrophale Folgen. „Erstens mal gehen sie uns dann ab. Viele Kinder wissen gar nicht mehr wie ein echter Schmetterling aussieht. Und wir brauchen die Insekten als Bestäuber für jegliches Obst im Garten, Beeren und auch fürs Gemüse. Und die Landwirte brauchen sie auch. Das ist einer der Hauptgründe für wenig Ernte, wenn zu wenig Insekten da sind.“

Weniger Insekten bedeutet also weniger Lebensmittel für uns Menschen, aber auch für die Tiere. Denn die Insekten bestäuben die Pflanzen. Wenn die kleinen Helfer aussterben, heißt das also weniger Pflanzen. Und damit würden gerade die Wildtiere ihre Nahrung verlieren. Gegen das Insektensterben kann jeder zuhause ganz einfach etwas tun.

„Zum Beispiel im Herbst nicht gleich alles Abschneiden, sondern erst im Frühjahr, weil manche Insekten überwintern da drin. Das kann man im Frühjahr immer noch machen. Es schaut halt nicht aus wie im Hochglanzprospekt, aber einfach interessanter und man hat länger Freude daran.“, erzählt Streber.

Ein Kompost im Garten oder Holzabschnitte einfach mal liegen lassen – das freut die Insekten. Altes Holz ist eine gute Grundlage für Pilze, die viele Käfer zum Leben brauchen. Viele Insekten fühlen sich in längerem Gras wohler. Deswegen: den Rasen nicht zu kurz mähen.

Ein bisschen Wildnis im heimischen Grün ist also kein Zeichen für einen faulen Gartenarbeiter, sondern ist zum Wohle unserer Insekten.