Bauland ab sofort Sache der Stadtwerke

Schrobenhausen (intv) Der Platzbedarf für Wohnungen und Häuser wird immer größer, und die Beschaffung von Bauland stellt jede Kommune vor eine große Herausforderung. In Schrobenhausen hat man das Thema nun nach langer Diskussion delegiert: Und zwar an die Stadtwerke. Auf seiner gestrigen Sitzung segnete der Stadtrat die neue Satzung des Kommunalunternehmens einstimmig ab.

„Wir erhoffen uns dadurch schlankere Entscheidungsstrukturen und effektivere Verhandlungsweisen“, sagte Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) zu der Aufgabenübertragung. Bisher waren für Grundstücksverhandlungen, vor allem mit privaten Eigentümern, immer Beschlüsse des Stadtrats oder Finanzausschusses nötig. Das Kommunalunternehmen mit eigenem Verwaltungsrat könne eigenständiger agieren, so Stadtwerkechef Thomas Schneider. „Trotzdem können wir das nicht aus dem Ärmel schütteln. Derzeit erarbeiten wir ein Konzept mit Leitlinien, auch für die personelle Umsetzung.“

Gebäudeerwerb und Maßnahmen 2015

Auch Errichtung oder Kauf von baulichen Anlagen gehören gemäß der Satzung zu den neuen Aufgabenfeldern der Stadtwerke. Die Umsetzung erfolgt gleich am eigenen Leib: Das Unternehmen erwirbt das bislang angemietete Verwaltungsgebäude käuflich von den Bayernwerken. „Damit haben wir größeren Handlungsspielraum, auch für mögliche Erweiterungen der Stadtwerke“, so Schneider. Im Wirtschaftsplan 2015 sind auch finanzielle Mittel für weitere Maßnahmen angesetzt, z.B. für die Denitrifikation der Zentralkläranlage, eine Kanalsanierung in Sandizell sowie Sanierungs- und Neubaumaßnahmen am Brunnen Süd.

Streitthema Südwesttangente

Auf seiner gestrigen Sitzung behandelte der Schrobenhausener Stadtrat auch das Thema Südwesttangente ausführlich. Die geplante Straße soll von der B300 in Höhe der Augsburger Straße zur nördlich gelegenen Rainerau führen und wäre der letzte Teil einer großen Ring-Umfahrung Schrobenhausens. Ähnlich wie die Ortsumfahrung Mühlried würde jedoch auch diese Umgehung durch das FFH-Naturschutzgebiet Paarauen führen. Viele Stadträte sind deshalb gegen die Baumaßnahme. Mit 14:9 Stimmen wurden nun weitere Planungsmaßnahmen in Höhe von 70.000 EUR für den Haushalt 2015 vorgesehen. Den Beginn des Planfeststellungsverfahrens strebt die Stadt bis Mitte kommenden Jahres an.