Barrierefreiheit: Eichstätt gilt als schwieriges Pflaster

Eichstätt (intv) Stolperfallen sollen in Eichstätt schon bald Geschichte sein, trotz historischem Ambiente mit enorm viel Kopfsteinpflaster in der Altstadt. Es ist ein erklärtes Ziel der Stadt, diese bis 2020 behindertengerecht auszubauen. Zug um Zug. Gestern Abend hat sich der Stadtrat mit einem erarbeiteten Gesamtkonzept auseinandergesetzt. Stadtbaumeister Manfred Janner hat uns von intv die größten Stolperfallen, aber auch positive Beispiele in der barocken Domstadt gezeigt. Beispielsweise ist der Bodenbelag in der Spitalstadt von vornherein unter Gesichtspunkten der Barrierefreiheit gestaltet worden. „Der Unterschied von hellem zu dunklem Stein und die haptische Veränderung durch die Rauigkeit weist zum Beispiel Blinde Mitbürger auf Gefahrenstellen wie eine Treppe hin“, erklärt Janner. Doch es ist nicht alles so vorbildlich. In der mit groben und rauen Steinen gepflasterten Altstadt ist es für Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwägen oder Senioren mit Rollatoren schon schwieriger vorwärts zu kommen. Das erarbeitete Gesamtkonzept sieht deshalb gesägte, sprich glatte Pflasterung und Rollatorenteppiche vor. Oberste Priorität hat für Janner der Domplatz: „Diese Magistrale quer über den Domplatz, das ist eine von Gästen und Bürgern hochfrequentierte Route, das wäre eine eigenständige Maßnahme, die die Stadt zu gegebener Zeit umsetzen könnte.“

Zum Thema Barrierefreiheit waren sich die Stadträte schnell einig. Ohne Gegenstimme wurde das Konzept abgesegnet. Beispielsweise bei Breitbandausbau sollen die förderfähigen Beläge gleich mitverbaut werden. Punkt zwei der Tagesordnung – der Stadtrat besiegelt den Bebauungsplan für die Berufsschulerweiterung am Burgberg mit einer Gegenstimme von den Grünen. Damit liegt der Ball nun im Feld des Landkreises, der nächste Schritt ist ein Architektenwettbewerb.