Barrierefreies Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Über 136.000 Menschen leben inzwischen in Ingolstadt. Fast jeder zehnte hat ein Handicap. Die einen sieht man, wie zum Beispiel eine Gehbehinderung. Andere bleiben verborgen. Alle Menschen mit Behinderung kommen an manchen Stellen in der Stadt allerdings an ihre Grenzen. Der Sozialverband VdK will die Städte barrierefrei machen. Ingolstadt ist auf einem guten Weg, hat sich heute bei einem Rundgang gezeigt.

Hans Pirzer ist oft mit seinem Chopper in Ingolstadt unterwegs. Ganz frei kann er sich nicht bewegen. Das ein oder andere Hindernis versperrt ihm den Weg. „Ein Problem sind die hohen Randsteine. Da komme ich mit meinem Chobber nicht immer rauf. Die Behindertentoiletten sind oft sehr dreckig. Jetzt stehen wir vor der Kirche Maria de Victoria. Da komme ich nicht rein und muss draußen warten.“

Auf der Suche nach den kleinen Hindernissen in Ingolstadt war der VdK heute unterwegs. An der Tiefgarage am Schloss kommen Menschen im Rollstuhl nur schwer alleine an den Kassenautomaten. Mit der Sanierung im Herbst soll das aber besser werden.

Manchmal entstehen Hindernisse auch kurzfristig. Wenn zwischen einem Straßenschild und einer Mülltonne zum Beispiel weniger als 90 Zentimeter Platz ist. Solche Hindernisse können schnell aus dem Weg geräumt werden. Die Barrieren in Ingolstadt sind so unterschiedlich, wie die Behinderungen der Menschen.

Die Stadt Ingolstadt setzt sich mit einem Aktionsplan ein, um Hindernisse aus dem Weg zu schaffen. Zum Beispiel am Zentralen Omnibusbahnhof: hier können blinde Menschen die Informationen über einen Lautsprecher empfangen. Das Problem ist aber: es gibt keine Leitlinien, welche die Sehbehinderten an den Bussteig führen. Die INVG plant hier aber schon nachzurüsten. Das könnte allerdings noch dauern.

Eberhard Grünzinger vom VdK Bayern hat auf der Tour vor allem Kleinigkeiten entdeckt. Insgesamt sieht er Ingolstadt auf einem guten Weg in die Barrierefreiheit. Verbesserungsbedarf sieht er im Online-Auftritt der Stadt. Den könne man recht schnell barrierefrei gestalten. Die meisten Hindernisse entdecken die Menschen mit Handicap aber selbst. Die Stadt zeigt sich offen für Anregungen, wo Barrieren abgebaut werden müssen.