Barfuß und in Lederhosen: Ein Interview mit LaBrassBanda

Pfaffenhofen (intv) 2007 haben sich fünf Musiker aus Übersee am Chiemsee zusammen getan und Blasmusik neu interpretiert. Vor zwei Jahren traten sie mit dem Lied „Nackert“ beim Vorentscheid des Euro Vision Song Contests an und spätestens seit dem kennt sie in Deutschland so gut wie jeder. Ende Juli ist ihr neues Album „Europa in Dub“ erschienen. Gestern Abend stand die mittlerweile neun-köpfige Band LaBrassBanda im Stiftl-Bierzelt auf dem Volksfestplatz in Pfaffenhofen auf der Bühne. Melanie Alt hat sich mit drei von ihnen zum Interview getroffen.

Melanie Alt: „Europa in Dub ist eine Neuauflage eures „Europa“-Albums. Wieso in Dub?“

Manuel Winbeck (Posaune): „Dubmusik is a scheene Arbeit für dahoam. Wenn ma so bissal umananda bastelln kann mit Musik. Des mach‘ ma eh saugern und dann ham wir uns den Sommer gedacht, bissal Zeit ham ma no. Dann mach ma sowas.“

Melanie Alt: „Wenn man jetzt keine Ahnung von Dub hat. Wie muss man sich des so vorstellen?“

Manuel Winbeck: „I glaub, Dub als Genres ist ziemlich offen. Es geht eigentlich eher um so a G’fühl. Des is a ziemlich entspanntes G’fühl. So wie wenn a Jamaikaner am Strand sitzt und sich an riesen Dübel einaziagt. Des is Dub Musik. Aber was da jetzt genau musikalisch passiert, des is eigentlich sehr weit gesteckt. Und so ham wir des a interpretiert und ham einfach umananderbastelt und g’schaut, was dabei raus kommt.“

Melanie Alt: „Ist das dann auch was, das man heute Abend hören wird, weil ruhig ist man von euch jetzt eher nicht so gewohnt.“

Manuel Winbeck: „Zwischendurch ham wir scho a sehr ruhige Töne, aber des Meiste wird natürlich heut scho eher so bissal zum schwitzen sein.“

Melanie Alt: „Sehr schön, da freu ich mich schon. Ich hab eine kleine Schnell-Frage-Runde vorbereitet. Ich nenne euch immer zwei Begriffe und ihr müsst sagen, welcher von diesen Begriffen euch spontan am ehesten zusagt. Los geht’s: Bierzelt oder Festival?“

Stefan Dettl (Gesang, Trompete): „Bierzelt.“

Fabian Jungreithmayr (Gitarre): „Festival.“

Manuel Winbeck (zögert etwas): „Oh Mann. Beides.“

Melanie Alt: „Kassette oder MP4?“

Stefan Dettl: „MP4.“

Manuel Winbeck: „Kassette.“

Fabian Jungreithmayr: „Kassette.“

Melanie Alt: „Übersee oder Europa?“

Stefan Dettl: „Europa.“

Fabian Jungreithmayr: „Übersee.“

Manuel Winbeck: „Europa.“

Melanie Alt: „Dub oder Metal?“

Stefan Dettl: „Metal.“

Fabian Jungreithmayr: „Metal.“

Manuel Winbeck: „Dub.“

Melanie Alt: „Dunkles oder Helles?“

Fabian Jungreithmayr: „Helles.“

Stefan Dettl: „Helles.“

Manuel Winbeck: „Helles.“

Melanie Alt: „Badehose oder Nackert?“

Im Chor: „Nackert.“

Melanie Alt: „Weißwurscht oder Wiener?“

Stefan Dettl: „Weiße.“

Fabian Jungreithmayr: „Weißwurscht.“

Manuel Winbeck: „Wiener.“

Melanie Alt: „Autobahn oder Landstraße?“

Im Chor: „Landstraß.“

Melanie Alt: „Solo oder Band?“

Im Chor: „Band.“

Melanie Alt: „Bayerisch oder Hochdeutsch?“

Manuel Winbeck: „Boarisch.“

Fabian Jungreithmayr: „Boarisch.“

Stefan Dettl: „Hochdeutsch.“ (alle lachen)

Fabian Jungreithmayr: „Österreichisch.“

Melanie Alt: Damit haben wir die Schnell-Frage-Runde schon hinter uns gebracht.“

LBB: „Oh nein!“

Melanie Alt: „Ihr wollt noch mehr? Okay eine hab ich noch: Akustisch oder elektrisch?“

Stefan Dettl: „Akustisch.“

Manuel Winbeck: „Akustisch.“

Fabian Jungreithmayr: „Elektrisch.“

Melanie Alt: „Ihr seid euch gerade auch nicht so wirklich einig gewesen. Wie ist das denn? Ihr seid zu neunt. Wie einig seid ihr euch denn bei der Musik?“

Manuel Winbeck: „I glaub es is a Glück, dass wir die Musik ham, weil sonst wars unmöglich. Man kann scho sagen, dass jeder einen ziemlichen Quadratschädel hat bei uns.“

Fabian Jungreithmayr: „Individuell.“

Manuel Winbeck: „Individuell. Aber irgendwie passt es dann komischerweise gut ineinander. Anscheinend haben wir dann gerade am richtigen Platz wieder Berührungspunkte, wo es passt.“

Fabian Jungreithmayr: „Weil jeder so selbstreflektierend ist. Des is unsere große Stärke.“ (alle lachen)

Melanie Alt: „Bis 2017 wird es ja erstmal kein neues Album geben. Überlegt ihr trotzdem schon in welche Richtung das gehen soll? Wollt ihr euch neu erfinden? Es ist ja auch euer 10-jähriges Bandjubiläum. Steht da dann auch was besonderes an?“

Stefan Dettl: „Party. A monsterwahnsinns Party. Also ein unfassbar riesengroßes Festl. Mit ganz vielen Bands und unheimlich fui Licht und Nebe und Blitzen und wahrscheinlich Trompeten von da Wand und a riesen Party.“

Fabian Jungreithmayr: „Mit Bier.“

Stefan Dettl: „Für dich gibt’s a a Bier. Für mi a Leichts Weißbier.“

Melanie Alt: „Nur eins?“

Stefan Dettl (grinst): „Zwoa genga scho.“

Melanie Alt: „Jetzt seid ihr hier im Landkreis Pfaffenhofen. Da kommt ein altes Bandmitglied von euch her. Der Andreas Hofmeir. Seht ihr den vielleicht heute auch? Ist der vielleicht sogar als Überraschungsgast da?“

Stefan Dettl: „Das wär a Wunder. Ich glaub, der is jeden Tag irgendwo anders. I glab ein mal in zwei Jahren is der i in dera Gegend. Und dann glab i is er a bei seiner Familie und ned auf am Konzert.“

Melanie Alt: „Habt’s ihr so noch ab und zu Kontakt zum Andreas? Seht ihr euch noch? Tauscht ihr euch noch aus? Ihr seid ja auch eine lange Zeit miteinander unterwegs gewesen.“

Stefan Dettl: „Momentan neda. Also er is fui unterwegs und wir san fui unterwegs. So zufällig auf die Festl treffen wir uns grad neda. Vielleicht irgendwann amoi.“

Melanie Alt: „Wie wichtig sind euch denn so kleine Bands, als Vorbands? Tauscht ihr euch mit denen auch aus? Was kann man heute von Lenze & de Buam erwarten?“

Fabian Jungreithmayr: „Du hörst as eh im Hintergrund. Da Lenze is da Wahnsinn.“

Stefan Dettl: „Lenze und de Buam. Ole.“

Fabian Jungreithmayr: „Mein Lieblingssong von denen is: Dua di ned obe, as lebn is wie a Gobe. Den Text find i a super!“

Melanie Alt: „Wie kommt da bei euch der Austausch mit solchen Bands zustande?“

Fabian Jungreithmayr: „Das ist unterschiedlich. Wer Lust hat, wird mitg’nommen. Des is einfach schee a immer verschiedene Bands zum hör’n. Des is a für uns schee dass wir immer andere Bands seng und mitgriang.“

Melanie Alt: „Seid ihr selber noch auf Konzerte unterwegs, oder habt ihr aktuell Lieblingsbands, die ihr regelmäßig hört?“

Manuel Winbeck: „Ja, die Gamskampla. Vor kurzem ham wir a junge Band kenna glernt aus Bad Bayersoiern. De ham vor am halben Jahr erst angfangt. San drei junge Typen und ganz lustige Gestalten und de machen a super Musik. Gamskampla. Da werd ma no was hern von dene.“

Melanie Alt: „Werden wir uns auf jeden Fall merken. Wie wichtig ist euch eigentlich noch der Fankontakt. Was bedeutet euch des, wenn ihr da so nah dran sein könnt, im Bierzelt?“

Stefan Dettl: „Bei uns is des ned so krass. Des scheene is, dass die Leut, die zu uns auf de Konzerte kommen, ganz entspannt san. Bei uns gibt’s jetzt ned so des „Waa!“, sondern des is eher so „Hey wie geht’s?“ und da san ma eigentlich a ganz froh. So richtig brutale Fans, de moi schrein und so, des funktioniert mit uns a gar ned. Lieber so gmiatliche, mit dene ma sich zam sitzen kann. Und de Leid san uns scho wichtig. Aufm Konzert lernt ma a einfach immer neie nette Leid kenna. Und deswegen machen wir den Job ja auch.“

Melanie Alt: „Jetzt warts ihr ja heute auch schon ein bisschen in Pfaffenhofen unterwegs. Wie hat es euch gefallen?“

Manuel Winbeck: „Wir haben eigentlich nur den Fußballplatz gesehen. Und der is aber sehr gut gepflegt.“

Melanie Alt: „Des is schön, der ist ja auch neu. Seid ihr nachm Konzert auch noch gern noch unterwegs. Trifft man euch tatsächlich danach noch in der Stadt?“

Fabian Jungreithmayr: „ Wir trinken danach schon noch a Bier.“

Stefan Dettl: „Ja, das ist das Problem. Die Konzerte warns gar ned, aber die Partys danach, des is es immer. Aber man ist ja nur einmal (überlegt kurz) jung wollt ich sagen. (alle lachen) Man war ja mal jung.“