Azubi im Glück: Ausbildungsplatz dank „Last-Minute-Börse“

Ingolstadt (intv) In Zeiten des Fachkräftemangels bietet sich Schulabgängern ein breites Angebot an Ausbildungsstellen. Dennoch werden auch in diesem Jahr nicht alle einen Ausbildungsplatz bekommen. Schüler mit schlechten Noten erhalten trotz vieler freier Stellen meist Absagen. Für diese findet in Ingolstadt jährlich die Last-Minute-Börse statt. Hier werden die Schüler mit Arbeitgebern, die noch freie Stellen haben, zusammengebracht.

Emre Ceylan hat im vergangenen Jahr die Last-Minute-Börse besucht und so einen Ausbildungsplatz erhalten. Er arbeitet jetzt bei „Edeka Wendler“ in der Ingolstädter Theresienstraße. Sein Vorgesetzter ist sehr zufrieden mit ihm. „Emre passt super ins Team. Er arbeitet gründlich, lässt sich alles erklären und versteht es auch gleich.“, schwärmt Inhaber Frank Wendler von ihm.

Emres Einzelhandelstalent wäre dem Arbeitsmarkt beinahe verloren gegangen. Er hatte zwar bereits eine Lehrstelle in einem Lebensmittelhandel bekommen, zwei Wochen vor dem Starttermin erhielt er jedoch eine Absage. Eine neue Ausbildungsstelle musste her. Seine Tante machte ihn dann auf die Last-Minute-Börse aufmerksam. Dort kam er mit verschiedenen Arbeitgebern ins Gespräch. Dies ist das entscheidende an der Last-Minute-Börse. Anstatt, wie bei rein schriftlichen Bewerbungen üblich, wegen schlechter Noten gleich aus dem Bewerberpool aussortiert zu werden, besteht dort die Möglichkeit, die Arbeitgeber im Gespräch von sich zu überzeugen. So hat auch Emre seine Stelle bekommen. Eigentlich hatte Frank Wendler gar keine Ausbildungsstelle mehr zu vergeben. Emre hat auf der Last-Minute-Börse aber einen so guten Eindruck gemacht, dass er ihn trotzdem haben wollte. Mit Hilfe der Arbeitsagentur konnte Frank Wendler ihn zunächst im Rahmen einer sogenannten Einstiegsqualifizierung beschäftigen, bis eine Ausbildungsstelle frei wurde.

Im September startet Emre in das zweite Lehrjahr. Während er jetzt noch überwiegend für Obst, Gemüse und den Getränkebereich zuständig ist, plant er für seine Zukunft mehr Verantwortung zu haben. Er möchte den Abschluss als Einzelhandelskaufmann machen und dann selbst einen Laden eröffnen. Wenn Emre sich weiterhin so gut schlägt, steht seiner Karriere im Einzelhandel wohl nichts mehr im Weg. Und wer weiß, vielleicht eröffnet in Ingolstadt in einigen Jahren dann der „Edekamarkt Ceylan“.