Auswirkungen der Reform auf kleinere Kliniken

Schrobenhausen (intv) Auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ruft das geplante Krankenhausreformgesetzes Besorgnis hervor. Sowohl die Kliniken St. Elisabeth in Neuburg als auch das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen haben sich mit Protestaktionen am bundeweiten Aktionstag beteiligt. In Schrobenhausen opferten über 60 Mitarbeiter ihre Mittagspause, um gegen die bevorstehenden Veränderungen zu protestieren.

„Zum Beispiel werden pauschal Versorgungszuschläge gestrichen“, moniert Geschäftsführer Dietmar Eine. Dies mache für einen Standort wie Schrobenhausen rund 200.000 Euro im Jahr aus. „Umgerechnet sind das fast vier Pflegekräfte“, so Eine. Derzeit beschäftigt das Kreiskrankenhaus mit seinen angeschlossenen Alten- und Pflegeheimen rund 450 Mitarbeiter. Dazu kommen mehrere Facharztpraxen, die die medizinische Versorgung im südlichen Landkreis gewährleisten. „Wir sind ein kleines, schnuckeliges Haus und können die Patienten derzeit optimal versorgen“, sagt Isabella Haas, Gesamtleiterin des Bereichs OP. Die bevorstehenden Einschnitte durch die Reform könne ein Haus wie dieses in den Ruin stürzen.

Krankenschwester Beate Breitsameter hat zusammen mit ihren Kolleginnen ein Transparent für die Protestaktion vorbereitet. „Autos und Banken wird alles gezahlt – beim Mensch, da wird gespart“ steht in großen Lettern darauf. „Es geht schließlich um unsere Patienten“, so die Klinikmitarbeiterin. Geschäftsführer Eine stellte in einer kurzen Ansprache klar, dass die Krankenhäuser nicht generell gegen die Reformpläne sind. „Aber so nicht!“ – so lautete das einstimmige Motto der Schrobenhausener Klinikbeschäftigten, die ihre Forderungen im Anschluss mit einer großen Luftballonaktion unterstrichen.

Demonstriert wurde heute in ganz Deutschland. Aufgerufen dazu hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Die zentrale Kundgebung fand am Nachmittag vor dem Brandenburger Tor in Berlin statt.