Ausstellung über Napoleons Stiefsohn

Eichstätt (intv) Passend zur Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ in Ingolstadt hat Eichstätt nun dessen Stiefsohn eine eigene Ausstellung gewidmet. Eugène Beauharnais wurde 1817 unter dem Titel „Herzog von Leuchtenberg“ der erste Fürst von Eichstätt. Im Foyer der Staats- und Seminarbibliothek kann sich seit gestern jeder Interessierte über sein Leben und das seiner Söhne informieren.

Eugène Beauharnais war der älteste Sohn von Napoleons Frau Josèphine aus deren erster Ehe. Diese musste miterleben, wie ihr Mann hingerichtet wurde und war zeitweise selbst inhaftiert. Ihr Leben besserte sich erst, als sie Napoleon Bonaparte kennenlernte, an dessen Seite sie Kaiserin von Frankreich wurde. Er adoptierte ihre Kinder aus erster Ehe und kümerte sicih vor allem um Eugène. So zog dieser mit ihm in einige Feldzüge.

Auch um das Liebesleben seines Ziehsohnes kümmerte sich Napoleon. Als sich Bayern auf seine Seite schlug stellte er dem Kurfürsten in Aussicht, Bayern zum Königreich zu erheben. Als Gegenleistung forderte er Prinzessin Auguste Amalie als Frau für Eugène. Die Ehe war jedoch mit keinem der zukünftigen Eheleute abgesprochen. Eugène bekam eine Tasse mit einem Bild seiner zukünftigen Frau geschickt. Das war alles, was er vor der Hochzeit von ihr zu sehen bekam. Dennoch war die Ehe glücklich und mit sieben Kindern gesegnet.

Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug seines Adoptivvaters stand Eugèn mit seiner Frau mittellos da. Sein Schwiegervater vermittelte ihm schließlich Eichstätt als eigenes Fürstentum. 1817 wurde er unter dem Titel Herzog von Leuchtenberg erster Fürst von Eichstätt. Auch seine zwei Söhne trugen diesen Titel noch. Dennoch überdauerte das Fürstentum nur bis 1833. Sein Sohn verkaufte, nach dem frühen Tod von Eugène 1824, das Fürstentum zurück an Bayern.

Baulich hat Eugène Beauharnais kaum Spuren in Eichstätt hinterlassen und das Fürstentum überdauerte nur bis 1833. Dennoch denken die Eichstätter noch heute gerne an die Zeit der Herzöge von Leuchtenberg zurück.

Die Ausstellung in der Staats- und Seminarbibliothek Eichstätt ist bis zum 31. Oktober zu sehen. Sie ist Montags bis Freitags von 08.30 Uhr bis 19 Uhr zu sehen. Im August und September ist die Ausstellung wegen den Semesterferien nur bis 17 Uhr geöffnet.