Ausstellung über Max von Sachsen in Eichstätt

Eichstätt (intv) Offene Kritik am Dienstherrn, das ist heutzutage gang und gäbe und ein wichtiges Element in einer demokratisch verfassten Armee. Vor 100 Jahren war das völlig anders. Damals begann der erste Weltkrieg. Im vaterländischen Taumel endete jedwede Kritik vor Gericht und bisweilen vor dem Erschießungskommando. So gesehen wusste Max von Sachsen was ihn im Zweifelsfall erwartete, doch als Priester und Feldgeistlicher sah er sich nur seinem Gewissen verpflichtet. Das Vorgehen der deutschen Truppen in Belgien wollte er nicht mittragen und so schrieb im September 1914 an einen Freund wortwörtlich: „Wenn es einen gerechten Gott im Himmel gibt, dann müssen wir den Krieg verlieren wegen der Greuel, die wir in Belgien verübt haben“.

Bis auf einen kurzen Arrest blieb der Königssohn verschont, Max von Sachsen war nicht nur Priester und bekennender Pazifist, er machte später erfolgreich Karriere als Professor für Religionen im Orient.Der Nachlass fiel der Bibliothek der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zu, wurde Max von Sachsen doch in Eichstätt ausgebildet und zum Priester geweiht. Mit einer Auswahl der Exponate lässt sich jetzt ein Bild dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit nachzeichnet.

Die farbenfrohen Gewänder, die Bilder aus Kriegstagen , eine Auswahl seiner Bücher – das ergibt eine kleine und feine Ausstellung in der Staats- und Seminarbibliothek in Eichstätt – Max von Sachsen (1870-1951) noch bis zum 17. Oktober.