Ausstellung „Radiologie im Nationalsozialismus“

Ingolstadt (intv) Am Dienstagabend eröffnete das Deutsche Medizinhistorische Museum in Ingolstadt die Ausstellung „Radiologie im Nationalsozialismus“. Besucher erfahren auf Bildertafeln, an Medienstationen und durch verschiedene Exponate, welche Bedeutung die Radiologie in der Medizin des Dritten Reiches spielte. Einerseits diente sie schon damals einem guten Zweck: Ärzte verwendeten sie um Krankheiten zu erkennen und zu behandeln. Sie bestrahlten Krebs mit Röntgenröhren oder durchleuchteten Knochenbrüche. Andererseits nutzten sie die Bestrahlung um Frauen zwangszusterilisieren. In Konzentrationslagern versuchten sie sogar eine Methode zu entwickeln, wie man ganze Völkerschaften sterilisieren könnte.

Speziell für Ingolstadt hat das Deutsche Medizinhistorische Museum die Ausstellung um den „Fokus Ingolstadt“ ergänzt. Besucher erfahren hier, welche Rolle die Stadt in Hinblick auf die Radiologie gespielt hat und welche Ingolstädter Schicksale davon betroffen waren. Wer sich für die Ausstellung interessiert, kann sie bis zum 9. September im Medizinhistorischen Museum besuchen.