Ausstellung „Ordem e progresso“ eröffnet

Ingolstadt (intv) Die bevorstehende Fußball-WM macht sich auch bei Audi bemerkbar. Die neue Sonderausstellung „Ordem e progresso“ – übersetzt Ordnung und Fortschritt – ist ganz auf Brasilien ausgerichtet. Die Zeit des Aufbruchs, die in dem südamerikanischen Land ab 1958 stattgefunden hat, steht im Mittelpunkt der Ausstellung im Museum Mobile. Dazu gehört natürlich auch die Ingolstädter Automarke DKW, die in Brasilien so beliebt war, dass sie dort heute noch treue Anhänger hat. Der Zweitaktmotor, der Frontantrieb und die stabile Bauweise – DKW stand für die Brasilianer für robuste und langlebige Technik, die sich auch gut im kaum erschlossenen Hinterland einsetzen ließ. Bis 1958 wurden die Autos noch von Ingolstadt importiert. Um die nationale Automobilindustrie zu stärken, hat Juscelino Kubitschek de Oliveira, der damalige Staatspräsident von Brasilien, Strafzölle auf importierte Autos erhoben. Deshalb wurde beschlossen, DKWs in Brasilien zu produzieren, statt sie zu importieren. Hierfür wurde jedoch kein eigenes Werk gebaut, sondern eine Lizenz an das bereits bestehende unternehmen „Vemag“ vergeben. Der erste DKW, der nur in Brasilien hergestellt und verkauft wurde, war der DKW Fissore, eine zweitürige Limousine. Nur 2.500 davon wurden hergestellt. Dennoch ist der Fissore nicht das seltenste DKW-Modell. Es gibt auch noch die sogenannte „Blaue Mauritius“ unter den DKWs: den Malzoni GT. Der Sportwagen wurde nur 35 Mal gebaut und ist entsprechend selten zu finden. Deshalb hat sich Audi auch schwer damit getan, einen solchen Wagen für die Ausstellung aufzutreiben. Erst mit Hilfe von Flavio Gomes, einem Journalisten und leidenschaftlichen DKW-Sammler aus Brasilien, gelang es dann doch. Er und andere DKW-Sammler konnten einen Malzoni im Süden Brasiliens ausfindig machen. Dieser war zwar in einem schlechten Zustand, nach mehrjähriger Restaurationszeit konnten sie den Wagen aber wieder flott machen. Der Einsatz hat sich gelohnt, denn das seltene Auto erstrahlt nun in neuem Glanz. Bis zum 21. September ist es im Rahmen der Sonderausstellung zu sehen.