Ausnahmezustand Barthelmarkt: Besucher aus ganz Bayern stürmen die Zelte

Oberstimm (intv) Der Markt Manching verzichtet zwar seit Jahren bewusst auf Werbung, aber die Besucher kommen trotzdem. Die Rede ist natürlich vom Barthelmarktmontag. Und der hat eine lange Tradition. Früher kamen die Besucher vor allem wegen des Rossmarktes, heute pilgern hauptsächlich junge Menschen aus ganz Bayern nach Oberstimm und wollen feiern. Denn schon ab sechs Uhr morgens fließt hier das erste Bier.

Nachts, wenn die meisten Menschen noch friedlich schlafen, in Scharen vor den Bierzelten anstehen, um, so wie die Türen aufgehen, einen der heiß begehrten Biertische zu erobern. Und erobern ist hier tatsächlich wörtlich gemeint.

Aber der Reihe nach. Kurz bevor in Oberstimm die Zelte öffnen, treffen wir uns mit Traudl. Sie ist seit 15 Jahren Bedienung auf dem Barthelmarkt und weiß genau, was sie heute erwartet: „Jetzt werden sie uns gleich das Zelt ein wenig stürmen. Da geht’s gleich an die Tische und dann schauen wir mal, wie es weiter geht. Aber es macht auch Spaß. Man trifft so viele Leute wieder. Und die jungen Leute sind auch schwer in Ordnung. Manchmal geht es halt etwas zu, aber Nachmittags wird es wieder ruhiger. Da passt es dann schon wieder.“

Der ganz normale Wahnsinn also in den Zelten auf dem Barthelmarkt. Punkt sechs heißt es für Traudl zum ersten Mal an diesem Tag möglichst schnell, möglichst viele Maßen an die Tische bringen und den Bierdurst der Partygäste stillen.

Das mit dem Trinken war allerdings nicht immer so. Früher kamen sie Barthelmarkt Besucher am Montag vor allem wegen des Rossmarktes. Heute findet man allerdings nur noch wenige Pferde auf dem Gelände. Traudl zieht unterdessen weiter ihre Runden und bringt eine Maß nach der anderen an die Tische. Noch bis Mitternacht. 20 Stunden hat sie dann am Stück gearbeitet.