Ausflugstipp: Grüner Klee und Dynamit

Ingolstadt (intv) „Der Stickstoff und das Leben“. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Sonderausstellung „Grüner Klee und Dynamit“ im Bauerngerätemuseum Hundszell. Als Bestandteil von Proteinen ist das Element ein Grundbaustein des Lebens. Täglich begegnet es uns in den verschiedensten Formen, zum Beispiel als Coffein. Die wichtigste Form des sogenannten reaktiven Stickstoffs ist Ammoniak. Früher noch über umständliche Abbaumethoden gewonnen, können wir heute beinahe unbegrenzt darüber verfügen. Doch das ist nicht selbstverständlich. Zwar besteht die Luft zu 78 Prozent aus Stickstoff, diesen können wir jedoch nicht verwerten. Er muss zunächst umgewandelt und aus seiner stabilen Bindung gebrochen werden. Einigen Pflanzen, den sogenannten Leguminosen, ist dies mit Hilfe von Bakterien möglich. Dazu gehört auch der Klee. Wo Klee oder andere Leguminosen gepflanzt werden, erhöhen sie den Stickstoffgehalt des Bodens. Klee wird seit dem 17. Jahrhundert zur Gründüngung gepflanzt und erhöht die Ernten signifikant.

Im Jahr 1913 gelang es Fritz Haber und Carl Bosch, Luftstickstoff durch ein industrielles Verfahren in Ammoniak zu verwandeln. Das Haber-Bosch-Verfahren, eine Erfindung, die nicht nur positive Folgen hatte. Es ist zwar die Grundlage zur Herstellung von Dünger und somit zur Herstellung von Lebensmitteln für eine immer größer werdende Anzahl an Menschen, aber der in dem Verfahren hergestellte Ammoniak kann auch zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden. Am Vorabend des zweiten Weltkriegs hatte die Erfindung somit große Auswirkungen auf die Kriegsproduktion und somit die Zahl der Kriegstoten vermutlich vervielfacht. Nicht nur in Form von Sprengstoff kann zu viel Ammoniak negative Auswirkungen haben. Wir geben dem Boden mehr Ammoniak zu, als die Pflanzen aufnehmen können. Er gelangt ins Grundwasser und so ins Meer. Unkontrolliertes Algenwachstum ist die Folge. Sie vergiften das Wasser und entziehen ihm Sauerstoff, wodurch tote Zonen im Meer entstehen.

Die Ausstellung „Grüner Klee und Dynamit“ ist für Besucher aller Altersstufen geeignet. Maximilian Böhm, Leiter des Bauerngerätemuseums empfiehlt sie vor allem für Schulklassen. Oft sehr trockene Fächer wie Chemie oder Biologie könnten durch einen Exkurs zu der Ausstellung aufgelockert und durch lebensnahe Beispiele besser vermittelt werden.

Noch bis zum 26. Oktober kann sich im Bauerngerätemuseum jeder auf Entdeckungsreise in die Welt des Stickstoffs begeben.