Ausflugstipp: Die Burg Prunn und das Nibelungenlied

Riedenburg (intv) Zwischen Kehlheim und Riedenburg thront rund 70 Meter über dem Altmühltal die Burg Prunn. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen Ritterburgen Bayerns. Bekannt ist sie aber vor allem dafür, dass dort 1566 der sogenannte „Prunner Codex“ gefunden wurde. Dabei handelt es sich um die viertälteste, vollständige Handschrift des Nibelungenliedes. Die erste Strophe des um das Jahr 1200 entstandenen Nibelungenliedes kündet eine Geschichte von kühnen Helden, Kämpfen und Wunderbarem an. Der auf Burg Prunn gefundene Prunner Codex wurde vermutlich um 1330 angefertigt. Das Original ist in der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Auf Burg Prunn ist nur ein Faksimile der ersten zwei Seiten zu sehen.

Das Nibelungenlied, eine Geschichte die sicherlich auch von den Prunner Frauen in ihrer Kemenate gelesen wurde. Außer der Lektüre wurde hier auch noch musiziert und Handarbeiten verrichtet. Die Herren der Burg Prunn beschäftigten sich lieber mit der Jagd und mit Turnieren. Als Ritter mussten die Adligen immer gut trainiert sein. Einige der Herrscher von Prunn waren für ihre Kampffähigkeit berüchtigt. So wird dem Turnierritter Hans Frauenberger nachgesagt, er habe so viele Feinde getötet wie das Jahr Tage hat. Vor einem Angriff mussten die Herren von Prunn sich aber nicht nur wegen ihrer körperlichen Kondition kaum fürchten. Die Lage der Burg bot ihnen sozusagen einen Rundumschutz. Sie liegt 70 Meter über dem Altmühltal und ist von drei Seiten aus quasi nicht zugänglich. Nur vom Hang aus kann sie erreicht werden. Hier steht jedoch der große Wachturm, der mit seinen dicken Mauern und der Möglichkeit, von oben zu schießen, optimalen Schutz bot. So wurde die Burg Prunn auch nie eingenommen.

Der guten Verteidigungssituation ist es zu verdanken, dass die Burg noch so gut erhalten ist.

Für Besucher ist sie täglich von neun bis 18 Uhr geöffnet. Eine Führung ist dabei Pflicht. Diese findet zu jeder vollen Stunde statt. Der Eintritt kostet fünf Euro.