Ausbildungszentrum der Pioniere: Rück- und Ausblick

Ingolstadt (intv) Eine Panne jagt die nächste. Die Bundeswehr hat es in den letzten Wochen nicht leicht. Schon seit Jahren gäbe es zu wenig Personal und keinen ordentlichen Fuhrpark hört und liest man immer wieder. Das Ausbildungszentrum der Pioniere hat heute zum Gespräch eingeladen und ein Fazit für den Standort Ingolstadt gezogen. Die Ingolstädter Pionierkaserne ist die zentrale Aus- und Weiterbildungseinrichtung für die Pioniere aus ganz Deutschland. Jedes Jahr nehmen rund 2200 Teilnehmer an etwa 145 Lehrgängen teil.

Brigadegeneral Lutz Niemann zieht eine positive Bilanz. Es kommen mehr als die Jahre zuvor und mittlerweile liegen die Teilnehmer über den Kapazitäten. Die Lehrgänge decken vielfältige Ausbildungen ab und können nur einige Tage, aber auch mehrere Monate dauern. Eine MINT- Weiterbildung mit Schwerpunkt Mathe und Physik zum Beispiel dauert rund vier Wochen. Trotz Mehrbelastung gibt es nicht mehr Lehrer. Auch das Material reicht längst nicht mehr für eine angemessene Ausbildung. Schätzungsweise wäre das Doppelte an Fahrzeugen nötig.

Ein größeres Problem als die vielen Teilnehmer der Lehrgänge wird eine Ablaufänderung für Studierende bei der Bundeswehr. Ab 2020 beginnt die Offiziersausbildung mit der Pioniersausbildung und findet nicht mehr erst danach statt. Deswegen wird es fünf Doppeljahrgänge geben. Zum Personalproblem kommt dann ein Platzproblem hinzu. Bisher ist noch keine Lösung in Sicht. Zusätzliche Container und größere Klassen sind da unvermeidbar. Doch auch das bestehende Lehrpersonal wird sich zukünftig flexibel zeigen müssen und auch mal fachfremde Lehrgänge unterrichten.