Ausbildungsstart im Handwerk

Ingolstadt (intv) Handwerk hat goldenen Boden – eigentlich. Gestern haben wir ja darüber berichtet, dass die Handwerksbetriebe unter Fachräftenmangel leiden und dass auch der Nachwuchs fehlt. Umso wertvoller sind junge Menschen, die sich entscheiden einen Handwerksberuf zu lernen. Heute sind die Handwerker in spe zum Ausbildungsstart in Ingolstadt zusammengekommen.

Dachdecker, Metzger, Schreiner. Dass das heute für junge Leute nicht mehr selbstverständlich ist, macht sich deutlich bemerkbar. Karl Spindler, der Kreishandwerksmeister von Ingolstadt und Pfaffenhofen, ist stolz auf seine 75 neuen Azubis. Die Betriebe suchen händeringend Nachwuchs und können teilweise Aufträge nicht ausführen, weil das Personal fehlt. Doch die Schuld sieht Spindler gar nicht so sehr bei den Jugendlichen, Das Problem liege vor allem an veralteten gesellschaftlichen Vorstellungen. Handwerker hätten, im Gegensatz zu früher, sehr gute Aufstiegsschancen und lukrative Verdienstmöglichkeiten.

Die Mindestanforderung für Maurer, Zimmerer und co sei zwar nur ein Mittelschulabschluss, doch inzwischen seien viel mehr MINT-Kenntnisse gefragt, z.B. Bauphysik, Mathematik oder technisches Zeichnen. Deshalb mischen sich auch immer mehr Abiturienten und Studienabbrecher unter die Azubis. Die Jugendlichen sind im Schnitt 16 Jahre alt, doch manchnchmal müssen sie ganz banale Dinge noch lernen. Peter Sparrer, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit, gibt den Jugendlichen eine Knigge-Einführung. Diese dreht sich zum Beispiel um eine ordentliche Begrüßung oder den Umgang mit „schwierigen“ Kunden.