Aura dulcis: Musik aus Renaissance und Frühbarock in Wolnzach

Wolnzach (intv) Cornamuse, Gemshorn und Bassgambe: Das sind nicht etwa unbekannte Pflanzen aus einem entlegenen  Bergtal. So heißen einige der seltenen Instrumente, die Aura dulcis spielt. Unter diesem Namen, Latein für „lieblicher Windhauch“, bieten sieben Frauen und zwei Männer Musik aus einer anderen Zeit dar. Alle Mitglieder dieser Gruppe sind Multi-instrumentalisten. Bei manchen Stücken geben sie sogar während des Spielens im Konzert vor Publikum die Instrumente an die Nebenfrau weiter, die dann damit spielt – ohne dass diese Instrumentenübergabe die Harmonie beeinträchtigt. Renaissance, Frühbarock und Barock, das sind die Epochen, die hier wieder erklingen. Geistliche Musik, wie sie vom 15. bis 17. Jahrhundert in Kirchen zu hören war. Festliche Stücke, die am Hof gespielt wurden, wenn der Adel sich gefeiert hat. Oder Tanzmusik für das gemeine Volk. Das Repertoire ist schier unerschöpflich, erläutert Monika Schratt. Das liege daran, dass die Menschen zu dieser Zeit kaum andere Unterhaltung und Zerstreuung als Musik kannten. Massenmedien jedenfalls gab es nicht. Kein Wunder also, dass Aura dulcis jedes Jahr ein neues Programm entwickelt. Laut Monika Schratt gibt es unendlich viele überlieferten  Noten-bücher mit Stücken für die seltenen Instrumente. Die Instrumente selbst dagegen sind schwieriger zu besorgen. Manche wurden Originalen aus Museen nachempfunden und genau so neu gebaut. Andere sind schon länger im Gebrauch und wurden von Ensembles gekauft, die sich auflösen. Besonders anfällig für Temperaturschwankungen sind die Gamben. Ganz einfach deshalb, weil diese Instrumente Saiten aus Naturdarm haben. Bei ihrem Konzert in der Auferstehungskirche in Wolnzach erläuterte Ulrike Steinbach, Leiterin der Gruppe, dem Publikum auch, welche Besonderheiten ihre Instrumente auszeichnen.