Auftakt im Totschlag-Prozess Franziskanerwasser: Angeklagter gibt Teilgeständnis ab

Ingolstadt (intv) Wegen Totschlags und vierfacher Körperverletzung muss sich seit heute (25.10.2018) ein 49-Jähriger vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten. Erkan A. soll im Sommer 2017 in einer Obdachlosenunterkunft auf seine Lebensgefährtin so eingeschlagen haben, dass diese an einer Gerhinblutung starb. Zu Prozessbeginn legte der Angeklagte ein Teilgeständnis ab.

In der Obdachlosenunterkunft am Franziskanerwasser starb die 34-Jährige Frau am Morgen des 05. September 2017. Die Nacht zuvor hatte sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten verbracht. Er sitzt seit heute auf der Anklagebank. „Es geht um ein Totschlagsdelikt, bei dem der Angeklagte seine Freundin durch gewaltätige Faustschläge auf den Kopf, insbesonere ins Gesicht, getötet haben soll.“, erklärt Heike Linz-Höhne, Pressesprecherin im Landgericht Ingolstadt. Durch „mehrfache stumpfe Gewalteinwirkung gegen Gesicht und Kopf, am ehesten im Sinne von Faustschlägen“ habe die Frau Gehirnblutungen erlitten, die zeitnah zum Tode führten. Schon vorher soll der Angeklagte des öfteren auf seine verstorbene Partnerin eingeschlagen haben, auch in der Öffentlichkeit. Das Opfer erlitt damals einen Nasenbeinbruch und massive Hämatome. Das wohnungslose Paar ist allerdings alkohol- und drogenabhängig. Daher kann sich Erkan A. an seine Taten selten erinnen. Er gibt zu seine Partnerin oft und heftig geschlagen zu haben. Vorallem bei Geldknappheit und aus der Eifersucht heraus. Die Beziehung soll dennoch intakt gewesen sein. Sie hätten sogar Zukunftspläne gehabt, die angefangen bei einem Entzug einen Neuanfang beinhalteten. An die letzte Nacht mit seiner Freundin könne sich Erkan A noch gut erinnern. Es habe keinen Anlass für Streit gegeben. Irgendwann sei seine Freundin weggetreten gewesen. Mit Schütteln und ein paar Ohrfeigen wollte er sie aus ihrer Starre holen. Später seien beide dann eingeschlafen. Am nächsten Morgen habe sie eiskalt und regungslos im Bett gelegen. Er habe versucht sie wachzukriegen und schließlich den Notarzt gerufen. Der konnte nichts mehr für die 34-Jährige tun. Der Angeklagte befindet sich seit 6. September 2017 in Untersuchungshaft.

Verschiedene Zeugenaussagen sollen dem Gericht dabei helfen, die Schuldfähigkeit zu prüfen. Der Prozess ist auf sieben Tagen angelegt. Ein Urteil könnte schon Mitte November fallen.