Auftakt im „Rattengift-Prozess“ am Landgericht Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Einen überraschenden Auftakt hat gab es heute Vormittag beim Auftakt des sogenannten Rattengift-Prozesses vor dem Ingolstädter Landgericht. Ein 53-jähriger Landwirt aus Wettstetten wird beschuldigt, seine Eltern und seine ehemalige Lebensgefährtin vergiftet zu haben. Der weist heute vor den Richtern die Vorwürfe von sich und beschuldigt stattdessen seine Schwester.

Laut Anklageschrift habe sich der Angeklagte Friedrich Paul P. mit der chemischen Verbindung Brodifacoum, besser bekannt als Rattengift, schon seit längerem beschäftigt, seiner Einlassung zufolge angeblich als Doping-Mittel. Er bestellte die Substanzen über das Internet.
Staatsanwältin Sandra von Dahl ist überzeugt, der Angeklagte habe 2015 seiner damaligen Lebensgefährtin und 2016 seinen Eltern lebensgefährliche Mengen Rattengift in Speisen und Getränken vermischt verabreicht. Durch rechtzeitige ärztliche Hilfe konnten alle drei Opfer überleben. Der Wettstettener Landwirt bestreitet die drei versuchten Morde und beschuldigt nun offen seine eigene Schwester. Sie und 29 weitere Zeugen, darunter auch die Eltern des Angeklagten, werden an den nächsten neun Verhandlungstagen zu Wort kommen. Bei einem Schuldspruch droht dem Angeklagten im Höchstfall lebenslänglich.