Auftakt Betrugsprozess

Ingolstadt (intv) Es ist eines der größten Verfahren, die es am Ingolstädter Amtsgericht je gegeben hat. Von 300.000 Euro Schaden ist die Rede. Ein früherer Bauchef von Edeka Südbayern soll drei Firmechefs bei mehreren Bauprojekten Aufträge für überhöhte Preise zugeschanzt haben. Im Gegenzug sollen sie ihm sehr günstig ein Haus mit Pool  gebaut haben. Die Anklage lautet auf Untreue, Bestechlichkeit und Bestechung. Heute hat vor dem Amtsgericht der Prozess begonnen.

Der Hauptangeklagte wies heute Vormittag die Vorwürfe zurück und stritt vor Gericht ab, die Aufträge zugeschanzt zu haben. Alles sei in Absprache mit dem Edeka-Geschäftsführer erfolgt. Auch von den 200.000 Euro, die er sich bei dem Bau seines Privathauses gespart haben soll, habe er erst heute bei der Verhandlung erfahren. Die betreffenden Rechnungen habe er aufgrund zu hoher Arbeitsbelastung gar nicht richtig angesehen. Das sei ein Fehler gewesen und er bedauere das. Außerdem habe er sich von der Baufirma ein Darlehen über 70.000 Euro geben lassen. Trotzdem habe es keine Mauscheleien geben, sagt der Bauchef. Obwohl er seine Unschuld beteuert, zahlte er Edeka exakt 120.000 Euro zurück, die in etwa dem Schaden entsprechen, der bei einem Marktbauprojekt in Augsburg-Haunstetten aufgelaufen war. Die drei weiteren Angeklagten machten keine Angaben. Der Prozess ist auf 28 Tage angesetzt, rund 40 Zeugen sollen aussagen. Ein Urteil wird für Ende Juli erwartet.