Auf Entdeckungsreise am Eichstätter Westenfriedhof

Eichstätt (intv) Nur wenige Gehminuten vom Eichstätter Zentrum entfernt liegt der Westenfriedhof. In dem kleinen Paradies der Ruhe kann sich jeder auf Entdeckungsreise in eine längst vergangene Zeit begeben. Die Grabsteine aus der Zeit von 1536-1851 erzählen nicht nur von den damals lebenden Menschen, sondern geben auch Einblick in die Berufsgruppen und Familienverhältnisse der damaligen Zeit. So lässt sich an den Abbildungen auf dem Gedenkstein der Tuchmachersgattin Maria Meier erkennen, wie viele Kinder sie hatte und welche davon frühzeitig verstorben sind. Brezen und Mühlräder auf anderen Grabsteinen lassen hingegen eindeutig den einstigen Beruf der Verstorbenen erkennen. Das berühmteste Grab ist aber das der Sophia Kettner, die im Volksmund Köttnerin genannt wurde. Diese erlangte dadurch Ruhm, dass sie als Mann verkleidet beim Militär diente. Ihre Maskerade flog erst auf, als sie wegen einer Verletzung ins Lazarett musste. Sie musste das Militär daraufhin zwar verlassen, bekam wegen ihrer guten Verdienste jedoch noch eine Pension. Gleichzeitig mit dem Friedhof wurde die angrenzende Kapelle gebaut. Sie ist dem Heiligen Michael geweiht, der die Seelen vom Leben in den Tod begleitet. Die Kapelle ist leider nur im Rahmen von Gottesdiensten für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Friedhof kann hingegen jederzeit besucht werden.