Asylproblematik: Stadtrat SOB beruft Sondersitzung ein

Schrobenhausen (intv) Das Containerdorf an der Bürgermeister-Götz-Straße ist seit mehreren Wochen bezugsfertig, nur stand es bis jetzt leer: Ein Windpockenfall in der Schrobenhausener Stadthalle hatte den Umzug der rund 50 Asylbewerber verzögert. Nun ist es soweit – noch diese Woche sollen etwa 60 neu zugewiesene Flüchtlinge direkt in die Wohncontainer einziehen, kommenden Dienstag folgen die Menschen aus der Stadthalle.

Die für 94 Personen vorgesehen Wohnanlage wäre damit eigentlich schon überbelegt, doch vielmehr ist von einer Unterbelegung die Rede, wie Schrobenhausens Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) seinen Stadträten auf einer für gestern einberufenen Sondersitzung mitteilen musste: „Aufgrund der hohen Flüchtlingsströme muss die Kapazität der Wohncontainer verdoppelt werden.“ Aus 17 Quadratmeter großen Zweibett- werden also Vierbettzimmer gemacht. Als „Unding“ bezeichnen Stadträte wie Stefan Eikam (SPD) oder Harald Reisner (FW) diese Lösung – doch Alternativen gebe es kaum. Deshalb soll noch in diesem Jahr ein zweites Containerdorf im Högenauer Weg entstehen. „Das landkreiseigene Grundstück hinter dem Kreiskrankenhaus ist dafür bestens geeignet“, meinte Stephan – und zumindest in diesem Punkt waren sich alle einig.

Einstimmigkeit herrscht nun endlich auch in der künftigen Verwendung des ehemaligen Jugendheims am Bürgermeister-Stocker-Ring. Das soll aufs Nötigste renoviert und dem Landkreis zur Miete angeboten werden. „Wir müssen die Heizung erneuern und einige weitere substantielle Arbeiten ausführen“, so der Bürgermeister. Die Kosten dafür liegen nach ersten Schätzungen bei 200.000 Euro. Das teilsanierte Gebäude würde dann als landkreisweite Aufnahmeeinrichtung für minderjährige Flüchtlinge dienen, die ohne Eltern nach Deutschland kommen. Die Betreuung soll durch das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef erfolgen. „Das Haus war einst ein Jugendheim, nun wird es wieder eines“, freut sich Stephan über die Idee.

Am Ende der Stadtratssitzung bedankte sich das Stadtoberhaupt noch bei den anwesenden Vertretern der ehrenamtlichen Helferkreise. Diese sind weiterhin täglich in der Stadthalle vor Ort und wollen ihre Betreuung ab sofort auch im ersten Containerdorf umsetzen. „Mehrere Standorte sind natürlich nicht die Ideallösung, darum suchen wir noch dringend weitere engagierte Mitglieder“, so Klaus Toll vom Helferkreis Präsenz. Die Koordination hierfür erfolgt über die ARGE Silberne Raute (Tel. 08252-8800157).

Landkreisweit soll die Welle der Hilfsbereitschaft möglichst bald durch eine/n Sozialpädagogen/-in koordiniert werden. Das Landratsamt hat dazu eine neue Stelle geschaffen und nimmt Bewerbungen entgegen.