Arbeitsmarktbilanz: Mehr ausländische Fachkräfte und stabile Vollbeschäftigung

Ingolstadt (intv) In Fachkräften aus dem Ausland liege die Zukunft für bayerische Unternehmen. Das zeigt unter anderem die Jahresbilanz der IHK. Demnach weißt Ingolstadt mit 29 Prozent die höchste Quote an Firmen in Oberbayern auf, die bereits Fachkräfte aus Europa und dem internationalen Ausland eingestellt haben. 2015 sollen es bis zu 36 Prozent werden. „Hier gibt es wirklich Handlungsbedarf, die befragten Unternehmen stufen das als eine der für sie wichtigsten Felder ein. Wir hatten in der Region 2014 einen schon sehr hohen Zuzug von internationalen Fachkräften, der wird sich 2015 mit Sicherheit weiter verstärken. Hier kommt auch das Thema der Asylbewerber mit dazu, hier kommen auch Fachkräfte zu uns. Dieses Potenzial kann und soll auch genutzt werden. Das heißt, wir sind hier sehr aktiv, wir haben hier eine Initiative gestartet, über unsere Verantwortungspartner-Region“, erläutert Elke Christian, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Ingolstadt. Dazu wurde ein Arbeitskreis „Willkommenskultur“ gegründet, der an einer regionübergreifenden Anlaufstelle für nationale und internationale Neubürger arbeitet.

Seinen eigenen Nachwuchs selbst auszubilden, sei in Unternehmen noch immer die gängiste Methode. Allerdings konnten, laut Christian, 1.000 der Ausbildungsplätze in der Region nicht besetzt werden. Gegen das anhaltende Ungleichgewicht zwischen offenen Lehrstellen und Bewerbern kämpft auch seit Jahren die Agentur für Arbeit.“Wir haben zunehmend freie Ausbildungsstellen, während die Zahl der Bewerber sich eher wenig verändert. Das macht es für Bewerber zunächst einmal einfach, auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass es sich schon zum Nachteil entwickelt, wenn viele Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Hier von unserer Seite auch der Appell, dass auch diejenigen, die schon über das normale Ausbildungsalter hinaus sind, aber noch keinen Beruf erlernt haben, sich überlegen, quasi als Spätberufener diese Lücken zu schließen“, so Peter Kundinger, Sprecher der Arbeitsagentur Ingolstadt.

Der Arbeitsmarkt zeigte sich im vergangenen Jahr mit einer Arbeitslosenquote von durchschnittlich 2,3 Prozent als stabil, genau wie im Vorjahr. Nichtsdestotrotz herrscht große Dynamik – etwa 24.600 Menschen meldeten sich das Jahr über neu oder erneut arbeitslos, gleichzeitig fanden rund 24.760 Menschen einen Job. Kundinger geht davon aus, dass die Quote für 2015 kaum noch zu unterbieten sein wird, aber der Ingolstädter Arbeitsmarkt an der Spitze Deutschlands bleiben wird.