Arbeit Regional: Starke Frau in einem männerdominierten Beruf

Eichstätt (intv) Bettina Archinger ist die erste uniformierte Justizvollzugsbeamtin in der JVA Eichstätt. Ein männerdominierter Beruf, der einem viel abverlangt. Vor zehn Jahren hat Bettina Archinger diese Herausforderung angenommen und sich als Beamtin im Strafvollzug ausbilden lassen. Eine spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit, die sie jeden Tag aufs Neue erfüllt. Der Berufswunsch hat sich bei ihr aber erst nach und nach ergeben: „Ich war zuvor Zeitsoldatin bei der Bundeswehr als Krankenschwester und habe mir dann überlegt, im Vollzug zu arbeiten“, so Archinger. Frauen als Justizvollzugsbeamte waren in Männergefängnissen bis vor einigen Jahrzehnten noch eher selten anzutreffen. Friedhelm Kirchhoff, Leiter der JVA Eichstätt weiß aber: Nach Einführung des Strafvollzugsgesetzes im Jahr 1977 sollte der Gefängnisaufenthalt für die Häftlinge so weit wie möglich an das Leben draußen angepasst werden. Und dazu gehört nun mal auch die Begegnung mit Frauen. Bettina Archinger sei deshalb eine Bereicherung für die JVA Eichstätt. Anfangs waren zwar sowohl die Beamten als auch die Häftlinge noch etwas zurückhaltend. Mittlerweile sei davon aber nichts mehr zu spüren. In bestimmten Situationen seien die Kollegen sogar froh über weibliche Unterstützung, zum Beispiel bei sensiblen Themen wie Liebeskummer. Bettina Archinger – eine Frau, die in einem stark männerdominierten Beruf Fuß gefasst hat und zeigt, dass auch das vermeintlich schwache Geschlecht Stärke beweisen kann.