Anschlag in Berlin: Reaktionen aus der Region

Ingolstadt (intv) Es sollte ein entspannter Abend auf dem Weihnachtsmarkt werden. Doch für zwölf Menschen endet dieser tödlich, fast 50 werden zum Teil schwer verletzt. Am Montagabend rast ein Lkw in Berlin mitten in die Besucher. Die Bundesanwaltschaft gibt am Dienstagnachmittag bekannt, dass sie von einem Anschlag mit terroristischem Hintergrund ausgeht. Bisher gebe es allerdings kein Bekennerschreiben. Der am Montag gefasste Tatverdächtige ist womöglich nicht der Fahrer des Lkw. Der wahre Täter ist vermutlich noch auf freiem Fuß.

Auch hier in der Region geht die Angst um. Am Eingang des Pfaffenhofener Christkindlmarktes hat die Stadtverwaltung Betonsperren errichtet. Auf dem Christkindlmarkt in Ingolstadt gibt es solche Sperren nicht. Dennoch herrscht betretene Stimmung. Silke und Christian Steczek sind trotz des Anschlags gekommen. „Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, wir gehen trotzdem hierher!“, erklären die beiden.

Die Ingolstädter Stadtrats-CSU fordert, die bestehenden Sicherheitskonzepte zu überprüfen. Die Partei möchte mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen und mehr Sicherheitskräfte. „Die Bürger müssen weiterhin die Möglichkeit haben in Ingolstadt, Feste und Märkte sorgenfrei besuchen zu können.“, meint die Fraktionsvorsitzende Patricia Klein.

Am frühen Montagnachmittag sind Polizei, Stadtverwaltung und Sicherheitsbehörden zusammengekommen. Hinweise auf eine besondere Gefährdungslage liegen für Ingolstadt nicht vor, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Zugänge am Christkindlmarkt sollen allerdings durch bauliche Vorkehrungen gesichert werden.

Siegfried Schön ist als Schausteller jeden Tag auf dem Ingolstädter Christkindlmarkt. Er ist gerade mit Aufräumen beschäftigt, als er von der Tat in Berlin erfährt. „Wir hoffen ganz inständig, dass die Leute näher zusammenrücken. Meine Botschaft ist: Lasst euch nicht einschüchtern!“

Um 18 Uhr wird auf den Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland eine Minute lang alles stillstehen. Die Budenbesitzer und Besucher gedenken in einer Schweigeminute der Opfer von Berlin.