Angela Merkel in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Sie wollten nicht die Europawahlrede von Angela Merkel hören, sondern ihrem Ärger Luft machen. 2.500 Menschen haben gestern auf dem Ingolstädter Rathausplatz gegen die umstrittene Kohlestromtrasse demonstriert. 2.500 Menschen, die Flagge gezeigt haben und ein klares Statement von ihrer Bundeskanzlerin gefordert haben. Dabei gingen die politischen Anhänger der CSU fast vollkommen unter. Die Stimmung unter den Demonstranten: Angespannt und gereizt, die Forderungen klar und deutlich. Das ging auch an Ministerpräsident Horst Seehofer nicht vorbei. Deswegen nutzte er gleich zu Beginn der Veranstaltung die Gelegenheit, um zu vermitteln. Dabei positionierte er sich klar und deutlich – sehr zur Erleichterung der Demonstranten. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass diese Trasse von Sachsenanhalt nach Meitingen quer durch Bayern nicht notwendig ist. Wir haben die Energiewende nicht beschlossen, um von der Atomkraft in die Kohlekraft einzusteigen“, so Seehofer. Ein klares Statement, das die Demonstranten anschließend auch von Bundeskanzlerin Merkel forderten. Die war in ihrer Wortwahl allerdings etwas zurückhaltender: „Horst Seehofer und ich haben schon viele komplizierte Probleme gelöst und immer eine gemeinsame Lösung gefunden. Das wird auch dieses Mal so sein, mehr kann ich ihnen dazu nicht sagen.“ Ein Statement, das die Demonstranten nicht wirklich zufrieden stellte. Für sie heißt es nun Hoffen und den Worten des Ministerpräsidenten Glauben schenken.