Anfeindungen zwischen rechts und links

Schrobenhausen (intv) In Schrobenhausen ist es gestern zum Aufeinandertreffen zwischen rechten und linken Gruppierungen gekommen. Um gegen den geplanten Moschee-Neubau zu protestieren, hatte sich die islamkritische Organisation „Pro Bewegung Bayern“ angekündigt. Die Gruppe war mit etwa 40 Demonstranten gekommen, die mit Flaggen und Schildern durch die Innenstadt zogen. Darauf waren Parolen wie „Dahoam statt Islam“ zu lesen. „Wir schenken dem türkischen Staat Moscheen mit Minaretten, während wir dort keine Kirchen errichten dürfen“, sagte Pro-Bayern-Vorsitzender Stefan Werner im Rahmen einer Kundgebung.

Gleichzeitig bezogen rund 60 Antifaschisten Stellung vor dem Rathaus, um den Aufmarsch der Moscheegegner nicht unbeantwortet zu lassen. Gekommen waren unter anderem Vertreter der Linksjugend [’solid] Ingolstadt und der Organisation „La Resistance“. Linksjugend-Sprecher Sebastian Schuller sprach sich gegen antimuslimische Hetze aus: „Wir gehen für Solidarität und Frieden auf die Straße.“ Roland Keller, Bezirkssprecher der Partei DIE LINKE, sagte, man dürfe Rechtspopulisten nicht das Feld überlassen.

Während des Demonstrationszuges kam es zu verbalen Anfeindungen zwischen Rechten und Linken, es blieb jedoch insgesamt friedlich. Die Antifaschisten wollten den angemeldeten und genehmigten Marsch mehrfach blockieren, woraufhin die Polizei eingriff. „Zudem gab es einzelne Beleidigungen und Widerstand gegen unsere Beamte“, so Einsatzleiter Klaus Rewitzer.

Die Kundgebungen wurden am Rande von 100 bis 150 Bürgern verfolgt. Ein Großteil der Schrobenhausener will jedoch erst heute Stellung zu dem Thema beziehen. Mit einem großen Fest soll ab 14:00 Uhr für Toleranz und Religionsfreiheit geworben werden.

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