Anastasia Prozess: Widersprüche

Ingolstadt (intv) Verhandlungstag 17 im Anastasia Prozess. Ein Prozesstag, an dem der Verteidiger des Angeklagten versucht hat, den Tatverdacht von seinem Mandanten abzuwenden.
Geladen war ein Bekannter der Ermordeten, der selbst unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung vorbestraft ist. Er hatte an besagtem 28. November zusammen mit Anastasia zu Abend gegegessen. Für die Tatnacht selbst hat der Zeuge ein Alibi, das Verteidiger Franz Wittl heute kurzerhand in Frage stellte. Denn ursprünglich hat die ehemalige Lebensgefährtin des Zeugen angegeben, dass er die Nacht bei ihr verbracht hatte. Später war sie sich allerdings nicht mehr sicher, ob ihr Freund auch die ganze Nacht da war. Ein kleines Detail, auf das der Verteidiger heute sein Augenmerk legte. Das große Problem: Die ehemalige Lebensgefährtin des Zeugen ist psychisch krank und nimmt Tabletten. Mit ein Grund, weshalb sich viele Aussagen der beiden stark unterscheiden. Für das Gericht gilt es jetzt, herauszufinden, wer die Wahrheit sagt und wer lügt. Eine Mammutaufgabe, mit der Verteidiger Franz Wittl heute bereits begonnen hat – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Denn bei der Befragung des Zeugen ging es unter anderem um dessen kriminelle Vergangenheit.
Anastasia M. wurde vor einem Jahr hochschwanger erschlagen und anschließend in die Donau geworfen. Das Urteil soll am 9. Februar fallen.