Anastasia-Prozess: Einblicke in in die Beziehung zwischen Angeklagtem und Ermordeten

Ingolstadt (intv) Sie wurde erschlagen und anschließend in die Donau geworfen. Eine brutale Tat, für die sich der 26-jährige Christian A. seit einigen Monaten vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten muss. Ihm wird vorgeworfen, seine damalige schwangere Freundin ermordet zu haben, weil er sich von ihr unter Druck gesetzt fühlte. Denn Anastasia wollte mit ihm zusammen ziehen, eine gemeinsame Zukunft mit ihm und dem ungeborenen Kind aufbauen. Das habe allerdings nicht in die Lebensplanung des Berufssoldaten gepasst, so die Staatsanwaltschaft. Und genau das haben heute auch Chatverläufe bestätigt, die die beiden kurz vor der Tat ausgetauscht hatten. Darin betont Anastasia immer wieder, dass sie eine ernste Beziehung mit dem Angeklagten aufbauen möchte. Außerdem hat sich die junge Frau um eine gemeinsame Wohnung in Ingolstadt gekümmert, wartete seit Wochen auf eine endgültige Zusage von Christian A.
Der wich allerdings immer wieder aus, wollte sich nicht festlegen. Für das Gericht wurde heute schnell deutlich: Die beiden haben sich zum damaligen Zeitpunkt in vollkommen unterschiedliche Lebensabschnitte befunden. Ein eindeutiges Motiv, findet Staatsanwalt Jürgen Staudt – zumal Spürhunde, die auf den Geruch des Angeklagten spezialisiert waren, Polizeibeamte direkt zum Tatort führten. Der Prozess wird Ende Januar fortgesetzt, ein Urteil wird im Februar erwartet.