Alter trumpft: 62-Jähriger Hettenshausener wieder in Arbeit

Geisenfeld (intv) Mit dem Alter verringern sich die Jobchancen von Arbeitslosen drastisch. Vor allem für die Personengruppe Ü50 ist es schwierig, schnell zurück ins Berufsleben zu finden. Sie gelten als schwer vermittelbar und als Last für den Betrieb. Ein Beispiel aus unserer Region beweist das komplette Gegenteil. Denn Klaus Lux hat bei einem Unternehmen für Zerspanungstechnik einen neuen, spannenden Arbeitsplatz gefunden. Klaus ist motiviert, lebenserfahren und 62 Jahre alt. Auf Hundertstel genau programmiert er den modernen Maschinenpark. Das Fräsen ist für Klaus nichts Neues. Der 62-Jährige ist seit mehr als 40 Jahren mit Drehen, Schleifen und Fräsen per CNC-Technik vertraut. Seit April arbeitet der Hettenshausener bei HSC in Geisenfeld. Er bringt neben Know-How auch Lebenserfahrung mit. „Wir Älteren nehmen ein bisschen Hektik raus. Mit der Hektik kommt man in dem Alter nicht mehr mit. Wie schnell manche zum Teil an den Maschinen sind, das brauch ich mir gar nicht einzubilden, dass ich das nochmal werde, das geht bei mir langsamer, aber das muss nichts Negatives heißen, sondern dass es dann einfach passt“, so Klaus Lux.

Die hier gefertigten Teile werden zum Beispiel in Flugzeug-Cockpits oder bei Fahrrädern eingebaut. Zudem ist HSC seit Februar neuerdings auch Zulieferer für Audi. Klaus‘ Chef Christian Holzschneller ist gut 30 Jahre jünger. Dennoch passiert die Zusammenarbeit auf Augenhöhe. „Für uns zählt es, dass wir alt und jung verknüpfen. Wir profitieren vom langjährigen Wissen, der Heransgehensweise, den alten Berechnungen. Und natürlich die Zuverlässigkeit, ich kann auf diese Mitarbeiter bauen, sie gehen mit Engagement an die Arbeit und ich kann mich auf sie verlassen“, erklärt Geschäftsführer Christian Holzschneller.

Die Arbeitsagentur Ingolstadt hat Klaus Lux an das kleine Unternehmen vermittelt. Doch der ist bei HSC nicht der Einzige über 60. Ein weiterer der fünf Mitarbeiter ist bereits stolze 68. Die Arbeit macht Spaß, sagt Willi, daheim ist es ihm zu langweilig. Peter Kundinger von der Arbeitsagentur Ingolstadt hofft, dass sich viele Firmen an HSC ein Beispiel nehmen. Denn aktuell sind von rund 5.400 Arbeitslosen in der Region knapp 38% über 50.

Dank der guten Auftragslage hat Holzschneller eine weitere Stelle ausgeschrieben, er könnte sich auch hier ein älteres Semester gut vorstellen. Klaus Lux jedenfall könnte im Demzember mit 63 in Rente gehen. Wenn es gesundheitlich geht, will er allerdings weiterarbeiten. Denn das Motto ist ja bekannt: Wer rastet, der rostet.