Alles bleibt beim Alten

Neuburg a.d. Donau (intv) Luft ablassen, Kritik an der bisherigen Situation üben und konstruktive Vorschläge machen. Das war Anfang März bei einer Diskussion im Stadttheater für die Anwohner der Oberen Altstadt möglich. Das Thema hat Brisanz, das zeigen neben dem gut gefüllten Theatersaal auch die Anliegen der Bewohner. Das Ergebnis des Abends allerdings mehr als ernüchternd, resümiert der neue Verkehrsreferent Bernhard Pfahler, es soll sich nämlich gar nichts ändern: „Im Verkehrsausschuss ist es niederschmetternd gewesen. Außer Matthias Enghuber und mir habt niemand dafür gestimmt, so etwas nicht einmal ansatzweise durchzusetzen. Es ist praktisch bei den Beschluss, der vor 20 Jahren irgendwann getroffen worden ist, geblieben. So quasi: man braucht ja nichts verändern. Die Zeit hat sich zwar verändert, aber bei uns in Neuburg in der Altstadt ändert sich nichts. Das ist schade für den Bürger“, so Pfahler.

Er hatte die Diskussion angeschoben, wollte den Anwohnern eine Stimme geben, etwas verändern. Mindestens einen Anwohnervorzug in der Gerichts- und Karmelitergasse, in der Herren- und Josefsstraße von abends 18 Uhr bis morgens um sechs Uhr wollte Pfahler den Bewohnern einräumen. Doch der Verkehrsausschuss lehnte ab. Das Stadtoberhaupt begründet das folgendermaßen: „Es gibt Probleme, nur wir haben schlimmere Probleme. Ganz ehrlich, ich habe zur Zeit in Neuburg in der Stadt ein Riesenproblem mit der Infrastruktur nachzukommen, dass wir Kindergartenplätze schaffen, dass wir Bauplätze schaffen. Dass wir Kanalisation, Nahwärmeversorgung und und und vorantreiben. Wir haben mit der Parkplatzsuche ein Problem, aber es ist nicht lebensnotwendig. Es gibt wichtigere Dinge. Und wenn wir an diesem Gleichgewicht gedreht hätten, das hier in der Altstadt herrscht, nämlich gleiches Recht für alle, dann gerät das aus den Fugen“, befürchtet OB Gmehling.

Einzige Neuerung: Bei Veranstaltungen wird eine Aufsichtsperson beauftragt, das Parken in der Oberen Altstadt zu beaufsichtigen und nur Anwohner durchzulassen. Damit scheint wohl das Thema endgültig vom Tisch. Aber nicht mit Bernhard Pfahler: „Ich bin ein junger, noch unverbrauchter Verkehrsreferent, ich werde die Zügel nicht aus der Hand geben und weiter bohren.“ Welche genauen Schritte Bernhard Pfahler nun einleiten möchte, weiß er selbst noch nicht genau. Er muss sich erst einmal von seiner Niederlage erholen.