Alles Bio

Schrobenhausen (intv) Goldmarie, Valdivia oder Irmi. So heißen einige Kartoffelsorten, die am Mittwoch bei einer großen Biokartoffelschau vorgestellt wurden. Die Landwirte sind immer auf der Suche nach neuen Sorten, die zum Beispiel mit dem Klimawandel mithalten können.

Bioanbau, das heißt ohne synthetische Pflanzenschutzmittel. Darunter fällt auch das umstrittene Glyphosat. Die EU-Kommission hat ihre Entscheidung, bis wann das Pestizid noch zugelassen ist, erneut vertagt. Für den Biolandwirt Alexander Fuchs aus Rettenbach bei Schrobenhausen, ist das absolut unverständlich. „Ich denke das ist ein Mittel, auf das die konventionelle Landwirtschaft verzichten kann. Da geht es in erster Linie auch um Kostensenkung, weil man sich manche Bodenbearbeitung sparen kann. Ich habe letztens erst einen Bericht über die Folgen von Glyphosat für unsere Gesundheit gesehen und da muss ich sagen, dass kann man eigentlich nicht verantworten, dieses Mittel trotzdem zuzulassen.“

Landwirte aus ganz Bayern und Baden-Württemberg sind auf dem Hof von Alexander Fuchs zusammengekommen, um sich über neue Kartoffelsorten auszutauschen. Fachberater Christian Landzettel stellt ihnen die über 100 neuen Arten vor. Die müssen jede Menge Eigenschaften mitbringen. „Die Resistenz der Sorte ist etwas, was züchterisch immer wieder bearbeitet wird. Also gegen verschiedenste Schaderreger. Aber auch der abiotische Stress ist ein Thema. Stichwort: Trockenstresstoleranz. Wir benötigen Sorten, die mit dem Klimawandel mithalten können. Die müssen das ertragen, wenn es in Süddeutschland ein paar Wochen lang nicht regnet und es jeden Tag 30 Grad hat. So eine Situation ist für eine Pflanze schon dramatisch.“

Nur wenige neu gezüchtete Kartoffeln setzen sich am Ende durch und können tatsächlich angebaut werden. „Gerade weil wir keine synthetischen Pflanzenschutzmittel einsetzen, müssen wir uns noch mehr mit den verschiedenen Sorten und Kulturen auseinandersetzen. Die Kunst des Ackerbaus ist im Bioanbau noch viel mehr gefragt.“, erklärt Landzettel weiter.

Bioanbau, das heißt Wirtschaften mit der Natur. Deshalb hofft Alexander Fuchs, dass seine Böden sauber bleiben. Auch wenn auf den angrenzenden Feldern hin und wieder Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen.