Alle sind betroffen: Sicherheitslücke in Computerchips

Ingolstadt (intv) Eigentlich war Experten bereits Mitte 2017 bekannt, dass Computerchips erhebliche Sicherheitslücken aufweisen. Und eigentlich sollte das auch erst 9. Januar öffentlich werden. Das Sicherheitsproblem sorgt allerdings schon seit Ende letzter Woche für Aufregung, denn alle sind davon betroffen.

Dieser kleine Chip birgt große Gefahr. Programme am Computer oder Handy können nämlich ungehindert auf den Speicher anderer Programme zugreifen.

„Wenn wir zum Beispiel Word offen haben, sind alle Daten in einem Speicher. Wenn wir daneben Firefox offen haben, gibt es wieder einen Speicher in dem die dazugehörigen Daten abgelegt sind. Word kann dabei aber nicht auf die Daten von Firefox zugreifen und andersrum.“, erklärt Marco Preuß, IT-Sicherheitsexperte bei Kaspersky.

Doch genau das ist jetzt der Fall. Kriminelle können somit leichter an sensible Daten wie Passwörter kommen. Das Schlimme: fast all unsere Geräte sind betroffen. Computer, Tablets, Smartphones. Android und Apple Geräte.

„Es ist immer ganz wichtig, dass Sie Sicherheitsupdates einspielen, sowohl vom Betriebssytem als auch von den Programmen. Einige Hersteller haben schon Fixes angeboten. Einige Applikationen auch, um die Schwachstelle möglichst auszubremsen. Das Problem ist, dadurch das es Hardware ist, kann man es nicht mehr verändern, das ist fest.“

Deshalb ist auch eine ordentliche Sicherheitssoftware wichtig. Die bremst schädliche Programme, die die Schwachstelle nutzen wollen, aus. Die Hersteller der Computerchips arbeiten bereits an Lösungen und Updates.

„Wenn man eine gute Sicherheitssoftware auf dem Rechner hat, sollte man sicherstellen, dass es da keine Funde gibt. Soweit sollte man schon relativ sicher sein. Wenn Sie alledings merkwürdige Sachen feststellen, zum Beispiel Log-ins in sozialen Netzwerken, dann ist vielleicht schon etwas aufgetreten.“

Marco Preuß rät, sich bei Fragen direkt an die Hersteller des Gerätes oder an Elektrofachmärkte zu wenden. Momentan müssen wir alle mit der Sicherheitslücke leben. Zumindest so lange, bis IT-Experten neue und vor allem sichere Chips entwickelt haben.