Aiwanger schießt mit scharfen Worten für Schützenverein Donauperle

Bergheim (intv) Der Bergheimer Schützenverein Donauperle hat am Wochenende seinen 90. Geburtstag gefeiert. Der politische Höhepunkt der Feierlichkeiten fand dann gestern in der Dorfhalle statt. Ein Anruf des jungen Bürgermeisters Tobias Gensberger hatte genügt und der Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, kommt und gibt sich die Ehre in Bergheim. Neben dem Thema Asylpolitik, das derzeit im Landkreis hochkocht, schoss Aiwanger mit Worten scharf auf die geplante Stromtrasse und rannte offene Türen bei den anwesenden Bürgerinitiativen ein. Er werde mit der letzten Patrone noch gegen das Monster (Bild) Stromtrasse kämpfen, so Aiwanger in seiner Festrede vor voller Dorfhalle. Für den Bundesvorsitzenden der Freien Wähler seien sowohl Südlink als auch Südost-Passage gar nicht erst erforderlich. „Es kommt die Thüringer Strombrücke, die ist bis 2017 fertig, die bringt dann zwei Kernkraftwerkleistungen Strom nach Nordbayern. Wir müssen natürlich die Zeit nutzen, um Photovoltaik, Windenergie und so weiter aufzubauen, Strom einzusparen. Wir haben moderne Gaskraftwerke in Bayern, die wir nur etwas mehr ans Netz gehen lassen müssen, dann ist der Fall erledigt“, erklärt Hubert Aiwanger (FW).

Neben dem jetzigen Trassenverlauf über Bergheim, Neuburg und weiter nach Rennertshofen beschäftigt die Leute vor Ort besonders die Flüchtlingspolitik. Auch im Landratsamt gebe es derzeit wohl nur ein Thema: Die Zwangszuweisung von 15 Asylbewerbern – pro Woche. „Die Reichweite für die Unterbringung von Asylbewerbern liegt derzeit bei drei Wochen, sprich für diese, nächste und übernächste Woche Kapazitäten, aber darüber hinaus nicht“, so Landrat Roland Weigert (FW) gegenüber intv.

Deshalb ist der Landrat weiterhin fieberhaft auf der Suche nach Wohnobjekten in den Gemeinden. In Schrobenhausen wird derzeit ein Containerstellplatz ertüchtigt. Bis Anfang August sollen dort Kapazitäten für 80 Wohneinheiten entstehen. Auch die Stadt Neuburg bleibt trotz der gut 500 Asylbewerber auf dem Lassigny-Gelände weiterhin in der Pflicht. Weigert hat dort zusätzliche Kasernen im Auge: „Aufgrund des immensen Drucks, den wir derzeit haben, wollen wir die leerstehenden Gebäude auf dem Lassigny-Gelände vier, fünf und neun ertüchtigen. Warum sollen Turnhallen sperren, wenn wir dort freie Kapazitäten haben.“

Vorerst soll aber die Turnhalle des Descartes-Gymnasiums als Noterstaufnahme dienen. Bergheim und Ehekirchen waren die ersten Gemeinden im Landkreis, die Flüchtlinge dezentral aufgenommen haben. Tobias Gensberger sieht das als positives Beispiel gelebter Integration. Mitten im Dorf haben acht minderjährige unbegleitete Flüchtlinge seit April ein Zuhause gefunden.

„Wir haben keine langfristige Strategie, wir müssen schauen, dass wir die Leute irgendwie unterbringen. Das große Problem wird sein, wenn wir aufs Winterhalbjahr zugehen“, so Weigert.