Afrikaner an Discotür abgewiesen: Betroffener gewinnt Klagen vor Gericht

Pfaffenhofen (intv) Sie wollten es einfach genau wissen. Deswegen haben sich einige junge Männer in München ins Nachtleben gestürzt. Aufgeteilt in zwei Gruppen. Für die eine Gruppe war der Türsteher kein Problem, die Gruppe der beiden Afrikaner aber wurde an 20 von 25 Diskotheken abgewiesen. „Geschlossene Gesellschaft, nur für Stammgäste, nur für Studenten, nur mit Reservierung!“ Es waren immer ähnliche Ausreden, erklärt Hamado Dipama. Der Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrates war einer der beiden Männer mit dunkler Hautfarbe, die den Selbstversuch durchgeführt hatten. Als Beweis für ihre allgegenwärtige Diskriminierung. „Das ist gerade im Nachtleben ein Tabuthema“, erklärt Dipama. Die Beweisführung gelang. Denn danach hat Dipama zwei Prozesse gewonnen. Die beklagten Diskothekenbetreiber mussten eine Unterlassungserklärung unterschreiben und dürfen künftig keine Gäster wegen ihrer Herkunft abweisen. Hamado Dipama war einer der Referenten bei einer Informationsveranstaltung in Pfaffenhofen. Auch die Vorsitzende des Ausländer- und Integrationsbeirates Erlangen, Lütfiye Yaver, sprach im Hofbergsaal. Eingeladen hatte der Verein Freundschaft mit Valjevo. Der will in Pfaffenhofen das etablieren, was es in vielen anderen Städten längst gibt. Einen Ausländer- und Integrationsbeirat, der den Stadtrat berät. Ob und wann ein solches Gremium eingerichtet wird, das muss der Stadtrat entscheiden.